250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Maximilian Brandt250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen detaillierten Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die dringende Rechtsreformen vorantreiben. Ihre Vorschläge konzentrieren sich auf digitale Gewalt, Gesetze zur sexuellen Einwilligung sowie besseren Schutz für Opfer.
Unter den Unterzeichnerinnen befinden sich SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Co-Vorsitzende der Grünen Franziska Brantner, Schauspielerin Veronica Ferres und Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie fordern umfassende Änderungen – darunter ein neues Digitales Schutzgesetz, das Plattformen zwingen soll, schädliche Inhalte schneller zu löschen und Verantwortliche zu identifizieren.
Die Koalition setzt sich zudem für die Einführung eines "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modells im Sexualstrafrecht ein. Damit würde nur eine explizite Zustimmung als Einwilligung gelten, was die Beweislast von den Opfern nimmt. Ein weiterer Vorschlag ist die Aufnahme von Feminizid als eigenständigen Straftatbestand ins Strafgesetzbuch.
Ein weiteres zentrales Thema ist KI-generierte Gewalt. Die Gruppe fordert ein Verbot von "Nacktbild-Apps", die mithilfe künstlicher Intelligenz Personen auf Fotos digital entkleiden. Zudem soll die Erstellung nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte unter Strafe gestellt werden.
Die Bundesregierung hat in einigen dieser Punkte bereits Bewegung gezeigt. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant, im Frühjahr 2026 einen Entwurf für ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt vorzulegen. Dieses soll die Erstellung und Verbreitung pornografischer Deepfakes unter Strafe stellen, Schlupflöcher bei Cyberkriminalität schließen und Plattformen in die Pflicht nehmen. Damit setzt Deutschland eine EU-Richtlinie von 2024 um, die Mitgliedstaaten verpflichtet, das nicht einvernehmliche Teilen von Nacktaufnahmen bis 2027 zu kriminalisieren. Aktuelle Proteste in Berlin, darunter eine Demonstration am 23. März 2026, erhöhen den Druck – Aktivistinnen solidarisieren sich dabei mit Betroffenen wie Collien Fernandes.
Die Vorschläge des Bündnisses kommen zu einer Zeit wachsender öffentlicher Besorgnis über digitale und sexuelle Gewalt. Würden die Reformen umgesetzt, markierten sie einen bedeutenden Wandel in der Behandlung von Missbrauchsfällen in Deutschland – insbesondere im digitalen Raum. Die geplanten Gesetzesvorhaben der Regierung deuten darauf hin, dass einige Forderungen bald Realität werden könnten.






