12 March 2026, 08:17

48-Stunden-Streik bei Lufthansa: Warum Zehntausende Passagiere jetzt betroffen sind

Ein Plakat mit fettem schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund zeigt "Kinderaert ist eine nationale Bedrohung - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen", mit einer Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien, die gemeinsam stehen.

Streik der Piloten: Warum wir Gewerkschaften brauchen - 48-Stunden-Streik bei Lufthansa: Warum Zehntausende Passagiere jetzt betroffen sind

Ein 48-stündiger Pilotestreik wird ab heute Hunderttausende Lufthansa-Flüge beeinträchtigen. Die von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ausgerufene Arbeitsniederlegung folgt gescheiterten Verhandlungen über Löhne und Renten. Bis zu 600 Flüge könnten ausfallen, allerdings rechnet die Airline mit geringeren Beeinträchtigungen als bei früheren Streiks.

Die Gewerkschaft fordert für Lufthansa CityLine eine jährliche Lohnerhöhung von 3,3 Prozent für die Jahre 2024, 2025 und 2026. Bei Lufthansa Passage und Cargo verlangt sie Verbesserungen beim betrieblichen Rentensystem, das die garantierte Rente durch ein weniger verlässliches kapitalmarktbasiertes Modell ersetzt hat. Frühere Angebote der Lufthansa wurden als unzureichend abgelehnt, unter anderem wegen einer darin enthaltenen Friedensklausel, die Streiks bis 2027 einschränken würde.

Trotz mehrerer Verhandlungsrunden konnte kein neues Angebot die Gewerkschaft überzeugen. Lufthansa plant, Ausfälle zu verringern, indem größere Maschinen eingesetzt, nicht bestreikte Tochtergesellschaften genutzt und zusätzliches Personal herangezogen wird. Diesmal könnten etwa 300 Flüge gestrichen werden – deutlich weniger als die 800 bei früheren Streiks. Flüge in den Nahen Osten sollen laut Berichten nicht betroffen sein.

Der Streik wird voraussichtlich Verspätungen und verpasste Anschlüsse für Reisende mit sich bringen. Doch die Auswirkungen reichen weiter: Starke Tarifabschlüsse der Gewerkschaften setzen oft auch nicht organisierte Arbeitgeber unter Druck, die Löhne anzuheben – und kommen so auch Beschäftigten zugute, die nicht selbst streiken. Zudem sind die jährlichen Rentenerhöhungen für Pensionäre an die Lohnentwicklung gekoppelt, sodass Streiks auch bessere Bedingungen für ehemalige Mitarbeiter sichern können.

Der Ausstand unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Lufthansa und ihren Piloten in Sachen Bezahlung und Altersvorsorge. Da keine Einigung in Sicht ist, könnten weitere Beeinträchtigungen folgen. Vorerst müssen Passagiere mit Streichungen leben, während die Forderungen der Gewerkschaft unerfüllt bleiben.

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