08 June 2026, 02:12

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei

Bericht: Interne Briefe belasten AfD-Spitze in Baden-Württemberg

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei

In der baden-württembergischen Landesverbands der AfD sind schwere interne Konflikte ausgebrochen. Zwei Beschwerdebriefe, die an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichtet wurden, werfen der Landesführung autokratisches Verhalten und finanzielle Misswirtschaft vor. Trotz der Vorwürfe wurde der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier mit über 91 Prozent der Stimmen wiedergewählt – das beste Ergebnis, das ein AfD-Landeschef in der Region je erzielt hat.

Der erste Brief stammt von Rüdiger Klos, einem scheidenden Landtagsabgeordneten und Gründungsmitglied der regionalen AfD. Nach einem Jahrzehnt in der Partei prangerte er an, was er als Wandel von einer basisdemokratischen Bewegung hin zu einer „autokratischen Funktionärspartei“ bezeichnete. Klos behauptete, Kritiker würden in „Säuberungen, die an totalitäre Systeme erinnern“, ausgeschlossen – die internen Methoden verglich er sogar mit denen Joseph Goebbels’. Er warnte, dass unqualifizierte Führungskräfte an die Regierungsmacht gelangen könnten und dies für Deutschland „Chaos“ bedeuten würde.

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Der zweite Brief, unterzeichnet von langjährigen Mitgliedern zweier Kreisverbände, äußerte ähnliche Bedenken. Sie kritisierten eine Machtkonzentration, Vetternwirtschaft und mangelnde Transparenz bei finanziellen Entscheidungen. Die Gruppe forderte eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, insbesondere mit Fokus auf das umstrittene Ludwigsburger Erbe. Beide Schreiben beschrieben eine „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“ und Machtcliquen, die die Entscheidungsprozesse dominierten.

Doch die Vorwürfe scheinen Markus Frohnmaiers Position kaum beeinträchtigt zu haben. Auf einem jüngsten Landesparteitag sicherte er sich mit über 91 Prozent der Stimmen die Wiederwahl und festigte damit seine Kontrolle über den Regionalverband.

Frohnmaiers Wiederwahl signalisiert trotz der Kritik starke interne Rückendeckung. Forderungen nach finanzieller Transparenz und demokratischen Reformen bleiben jedoch unerfüllt. Der Streit offenbart tiefe Gräben innerhalb der AfD-Führung in Baden-Württemberg.

Quelle