21 March 2026, 18:17

Apotheken drohen mit Streiks: BVDAK-Chef warnt vor gebrochenen Versprechen der Ampelkoalition

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apotheken drohen mit Streiks: BVDAK-Chef warnt vor gebrochenen Versprechen der Ampelkoalition

Dr. Stefan Hartmann, Vorsitzender des BVDAK, hat die deutsche Ampelkoalition scharf dafür kritisiert, dass sie versprochene Gebührenerhöhungen für Apotheken nicht umsetzt. Bei einer kürzlichen Veranstaltung warnte er, dass ohne rasches Handeln mit Arbeitskämpfen in der Branche zu rechnen sei. Seine Äußerungen unterstrichen zudem den Bedarf an umfassenden Reformen – darunter neue Geschäftsmodelle und eine stärkere Einbindung der Apotheken in die Gesundheitsversorgung.

Hartmann betonte, dass die Koalitionsvereinbarung zwar Anpassungen der Vergütung vorgesehen habe, doch bisher sei nichts geschehen. Er forderte Apotheken, Landesbehörden und Bundesorganisationen auf, sich im parlamentarischen Prozess stärker für Veränderungen einzusetzen. Ohne die angekündigten Erhöhungen, so seine Warnung, könnten Streiks unter Apothekern unvermeidbar werden.

Gleichzeitig plädierte er für eine Modernisierung des Berufsstands, etwa durch den Ausbau von Beratungsangeboten, Präventionsleistungen und pharmazeutischer Betreuung. Nur so ließe sich die Zukunft der Apotheken als zentrale Akteure im Gesundheitssystem sichern, erklärte Hartmann.

Zum Thema Apothekenbesitz verteidigte er die Einführung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Kritik daran sei oft auf Unwissenheit zurückzuführen, nicht auf berechtigte Bedenken. Zwar unterstütze er das GmbH-Modell, eine Aufhebung des Fremdbesitzverbots für Apotheken lehne er jedoch ab.

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Die Mit-Moderatorin Clara Hartmann ergänzte seine Forderungen und verlangte verlässliche Gebührenstrukturen, faire Wettbewerbsregeln sowie bessere Nachfolgeplanung für junge Apotheker. Sie unterstrich die Notwendigkeit klarer Perspektiven, um den Berufsstand langfristig zu sichern.

Hartmann warnte zudem, dass weitere Verzögerungen bei den Reformen das Vertrauen der Bevölkerung in demokratische Prozesse untergraben könnten. Er rief die Berufsverbände auf, ihre Mitglieder über das GmbH-Modell aufzuklären und sich aktiver an der Debatte zu beteiligen.

Die Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender finanzieller Belastungen und unsicherer Zukunftsaussichten für Apotheken. Hartmanns Appell zu höheren Vergütungen, erweiterten Leistungen und strukturellen Reformen spiegelt die breiten Sorgen um die Stabilität des Sektors wider. Ohne Kurskorrekturen, so seine Botschaft, würden sowohl Apotheker als auch Patienten die Folgen zu spüren bekommen.

Quelle