21 March 2026, 08:16

Apothekenreform 2026: Streit um Gebühren, Digitalisierung und lokale Existenzkämpfe

Plakat mit der Aufschrift "Verringerung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit Text und Logo.

Apothekenreform 2026: Streit um Gebühren, Digitalisierung und lokale Existenzkämpfe

Verhandlungen zu Apothekenreformen starten nächste Woche

Nächste Woche beginnen die Gespräche über Reformen im Apothekensektor, während die Koalitionspartner sich auf die Behandlung zentraler Themen vorbereiten. Simone Borchardt von der CDU betonte die Notwendigkeit, die Regelungen für Apotheken zu überarbeiten – insbesondere in den Bereichen finanzielle Stabilität und erweiterte Aufgaben für Apotheker:innen. Mehrere strittige Punkte sind jedoch noch ungeklärt, wobei Branchenverbände vor der Einführung neuer Vorschriften im Jahr 2026 Änderungen fordern.

Eine der größten Herausforderungen bleibt die feste Vergütung, die Apotheken für die Abgabe von Medikamenten erhalten. Derzeit liegt diese bei 8,35 Euro pro Rezept, doch Apothekerverbände verlangen eine Erhöhung auf 9,50 Euro, um die steigenden Kosten zu decken. Unterdessen schlug die Krankenkasse DAK-Gesundheit im März 2026 einen alternativen Ansatz vor: einen Fünf-Punkte-Stabilitätspakt, der Herstellerrabatte an die Umsätze knüpft, statt pauschale Kontrollen einzuführen.

Ungeklärt ist auch die Rolle der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) – hier gibt es noch keine Einigung, wie ihre Arbeit im neuen System abgebildet werden soll. Borchardt warnte zudem davor, dass Versandapotheken und ausländische Online-Anbieter weiter in den deutschen Markt drängen. Sie sprach sich gegen eine Ausweitung des Medikamentenverkaufs in Drogeriemarktketten aus, da dies die Existenz lokaler Apotheken gefährden könnte.

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Finanzielle Risiken durch die Null-Retaxationsregelung sorgen für Besorgnis, da Apotheker:innen derzeit mögliche Verluste tragen müssen. Borchardt forderte, dass diese Risiken nicht allein bei den Apotheken liegen dürfen. Zudem gilt der volle Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) als entscheidend, um gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu vermeiden.

Bisher liegen noch keine konkreten Gesetzesentwürfe vor, da sich die Diskussionen noch in einer frühen parlamentarischen Phase befinden. Borchardt betonte jedoch, dass Apotheker:innen bereit seien, mehr Verantwortung zu übernehmen – dafür benötigten sie aber eine klare rechtliche Grundlage.

Die anstehenden Verhandlungen werden maßgeblich bestimmen, wie Apotheken in den kommenden Jahren arbeiten. Entscheidungen zu Gebühren, digitalem Zugriff und Wettbewerbsregeln werden die Zukunft des Sektors prägen – und damit auch, wie Kosten gesteuert werden und ob lokale Apotheken wirtschaftlich überleben können.

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