Apothekenreform: Warkens harte Linie spaltet Bundesrat und Branche
Gesundheitsministerin Nina Warken sieht sich mit massivem Widerstand gegen ihre Pläne zur Apothekenreform konfrontiert. Der Bundesrat hat weitreichende Änderungen gefordert und am 30. Januar 2026 eine Liste mit 30 Überarbeitungsvorschlägen verabschiedet. Unterdessen warnen die Länderchefs, sie würden die Ministerin weiter herausfordern, sollten ihre Bedenken weiterhin ignoriert werden.
Die Reform stößt sowohl bei Branchenverbänden als auch bei den Gesundheitsministern der Länder auf Kritik. Warken hatte zwar einen kooperativeren Kurs als ihr Vorgänger versprochen, doch ihre jüngste Ablehnung zentraler Vorschläge hat die Beziehungen zusätzlich belastet.
Ursprünglich hatte Warken versucht, sich von ihrem SPD-Vorgänger Karl Lauterbach abzugrenzen, indem sie auf Dialog und gemeinsame Lösungen setzte. Noch vor dem Deutschen Apothekertag posierte sie sogar gemeinsam mit dem erfahrenen CDU-Gesundheitspolitiker Karl-Josef Laumann, um Einigkeit zu demonstrieren. Doch hinter den Kulissen wuchs die Spannung.
Am 30. Januar legte der Bundesrat eine ausführliche Stellungnahme zur Reform vor. Darin forderte er eine Grundkostenpauschale für kleinere Apotheken bei den ersten 20.000 Rezepten. Die Länderkammer lehnte zudem eine Vertretung der Apotheker in der Reform ab und verwies auf mögliche Risiken für die Arzneimittelsicherheit und Beratungsqualität. Laumann selbst setzte sich für einen Versorgungszuschlag ein, der im Sozialgesetzbuch (SGB V) verankert werden soll, und verlangte strengere Kontrollen für Versandapotheken.
Warkens Reaktion fiel scharf aus: Sie wies nahezu alle Einwände der Länder zurück und lehnte mindestens zwei von Laumanns zentralen Forderungen kategorisch ab. Dieser Schritt hat die Länderchefs verärgert – einige warnen bereits, sie würden ihren Widerstand verschärfen, falls das Bundesgesundheitsministerium nicht zu Gesprächen bereit sei.
Kritiker werfen Warken nun vor, Lauterbachs Fehler zu wiederholen, indem sie die Länder vor den Kopf stoße. Trotz ihrer früheren Kooperationszusagen ist der Reformprozess zunehmend konfrontativ geworden. Sowohl Branchenvertreter als auch regionale Gesundheitsbehörden stehen den geplanten Änderungen skeptisch gegenüber.
Die Forderungen des Bundesrats und Warkens abweisende Haltung haben die Bühne für einen langwierigen Streit bereitet. Ohne Kompromisse droht die Reform entweder zu scheitern oder in einer Form voranzuschreiten, die wichtige Beteiligte gegen sich hat. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Ministerin ihren Kurs korrigiert oder trotz des wachsenden Widerstands weiter auf Konfrontation setzt.






