ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe – doch die Debatte geht weiter
Maximilian BrandtARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe – doch die Debatte geht weiter
Der deutsche Rundfunksender ARD hat sein Literaturformat Druckfrisch gegen Vorwürfe des Sexismus gegenüber Moderator Denis Scheck verteidigt. Auslöser der Debatte war die Kritik der Schriftstellerin Sophie Passmann, die seine Rezension ihres Buches als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch" bezeichnete. ARD betont, die Sendung dulde keine Frauenfeindlichkeit und schätze die literarischen Beiträge von Autorinnen gleichermaßen.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Schecks schonungsloser Rezensionsstil, zu dem auch gehört, Bücher, die ihm missfallen, durch eine Rutsche in den Müll zu befördern. Passmanns Vorwürfe folgten auf seine scharfe Abwertung ihres Werks. Auch die Autorin Ildikó von Kürthy reagierte mit einem Essay in der Zeit auf seine negative Kritik. Später schloss sich die Schriftstellerin Elke Heidenreich der Kritik an und verurteilte Schecks Vorgehen, während sie ARDs Rolle bei der Ermöglichung eines solchen Stils hinterfragte.
ARD prüfte die jüngste Folge von Druckfrisch und stellte fest, dass Scheck mehr Bücher von Autorinnen lobte als kritisierte. Der Sender unterstrich, das Geschlecht eines Autors spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle. Scheck selbst erklärte, seine Kritik richte sich ausschließlich gegen die Bücher, nicht gegen deren Verfasser oder Leser.
Die Auseinandersetzung zeigt die Spannungen zwischen literarischer Kritik und Geschlechterrepräsentation in den Medien auf. ARD bekräftigte sein Bekenntnis zu einer fairen Bewertung, während Scheck weiterhin seinen Stil verteidigt. Die Sendung bleibt unter Beobachtung, da die Debatte über ihren Ton und ihre Maßstäbe anhält.






