Ärztepräsident fordert bundesweites Verbot von privatem Silvester-Feuerwerk

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Gebäude mit Lichtern im Vordergrund, Feuerwerk und Rauch im Hintergrund, unter einem Himmel.

Arztpräsident Reinhardt fordert Feuerwerksverbot zum Schutz der Bevölkerung - Ärztepräsident fordert bundesweites Verbot von privatem Silvester-Feuerwerk

Forderung nach strengeren Feuerwerkgesetzen gewinnt in Deutschland an Fahrt

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert ein bundesweites Verbot von privatem Feuerwerk an Silvester. Sein Appell kommt nach Jahren, in denen Verletzungen, psychische Traumata und Umweltbelastungen mit unkontrollierten Feierlichkeiten in Verbindung gebracht wurden.

Jährlich enden Feuerwerke für viele Menschen mit schweren Verletzungen. Besonders Kinder und Jugendliche erleiden oft Hörschäden durch laute Explosionen. Auch Verbrennungen und Augenverletzungen sind häufig – sowohl bei denjenigen, die das Feuerwerk zünden, als auch bei unbeteiligten Passanten.

Zudem werden Böller und Raketen immer wieder als Waffen gegen Einsatzkräfte eingesetzt. Polizei, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter berichten von wiederholten Angriffen während der Feierlichkeiten. Doch nicht nur die körperlichen Schäden sind problematisch: Der Lärm löst bei vulnerablen Gruppen Panik aus. Besonders Kriegsflüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen, erleben durch die Explosionen oft traumatische Erinnerungen an Kriegssituationen.

Reinhardt plädiert für ein vollständiges Verbot von privatem Feuerwerk und setzt stattdessen auf organisierte, kontrollierte öffentliche Veranstaltungen. Seine Haltung ist auch ethisch begründet: Über eine Million Kriegsflüchtlinge leben mittlerweile in Deutschland. Er stellt infrage, ob laute Feierexplosionen unter diesen Umständen angemessen sind.

In der Schweiz hat Sandra Hess, Gemeindepräsidentin von Nidau, bereits Konsequenzen gezogen. Sie startete eine nationale Initiative für ein Verbot von lautem privatem Feuerwerk an Silvester. In ihrer Gemeinde ist der Einsatz von Feuerwerk auf nur drei Nächte im Jahr beschränkt: den 31. Juli, den 1. August und Silvester. Ausnahmen gibt es kaum.

Nun drängt Reinhardt die Innenminister von Bund und Ländern zum Handeln. Er fordert besseren Schutz für die Bevölkerung und Einsatzkräfte. Auch ökologische Bedenken spielen eine Rolle, denn Feuerwerk verursacht enorme Mengen an Müll und belastet das Klima.

Die Debatte über schärfere Regulierungen wird immer hitziger. Medizinische Fachleute, Kommunalpolitiker und Flüchtlingshelfer verweisen auf die Risiken. Sollten neue Gesetze verabschiedet werden, könnte privates Feuerwerk in Deutschland bald der Vergangenheit angehören – und nur noch behördlich überwachte öffentliche Shows erlaubt sein.