Asiatisches Musikfestival Berlin feiert mit Klängen von der Steppe bis zum Kunstlied
Finn BauerAsiatisches Musikfestival Berlin feiert mit Klängen von der Steppe bis zum Kunstlied
Das Berliner Asiatische Musikfestival hat mit einer Feier traditioneller und zeitgenössischer Klänge des Kontinents eröffnet
Gäste aus Japan, Korea, China und der Mongolei versammelten sich zu Auftritten, die von Kehlkopfgesang bis zu klassischen Kunstliedern alles boten. Die Veranstaltung zog auch Diplomaten an – ein Zeichen dafür, dass das Festival in den kommenden Jahren seinen musikalischen Einfluss ausbauen möchte.
Der Abend begann mit einem Moment stillen Respekts, als sich ein Mann tief verneigte und höflich bat, durch die Menge hindurchgehen zu dürfen. Im Inneren des Saals lauschten die Besucher – überwiegend Frauen – einem vielfältigen Programm mit Künstlern aus vier Ländern.
Das mongolische Duo Khukh Tenger betrat in aufwendig bestickten Roben und traditionellen Hüten die Bühne. Ihr Spiel auf der Morin Chuur, kombiniert mit Kehlkopfgesang, erfüllte den Saal mit den weiten, windumtosten Klängen der Steppe. Das Publikum schien für einen Augenblick in die endlosen Landschaften der Mongolei versetzt.
Später präsentierte der Tenor Ju Hyeok Lee koreanische Kunstlieder und zog Parallelen zum deutschen Kunstlied. Sein Auftritt unterstrich die Verschmelzung östlicher und westlicher Musiktraditionen. Unterdessen spielte das Quarticolo Stücke aus China, Japan und Korea und bot eine nahtlose Mischung verschiedener Stile.
Auch moderne koreanische Musik war vertreten – gespielt auf traditionellen wie westlichen Instrumenten. Das Nur Ensemble beschloss den Abend mit einem Streichquartett, das moderne Techniken mit asiatischen Einflüssen verband und beim Publikum ein Gefühl kultureller Verbundenheit hinterließ.
Der erste Festivalabend brachte Musiker und Zuhörer aus ganz Asien zusammen und schuf einen Raum für geteilte Traditionen und neue Klänge. Mit der Anwesenheit von Diplomaten deuteten die Veranstalter an, dass künftige Ausgaben noch größere Ziele verfolgen könnten. Die Mischung aus Alt und Neu lässt erahnen, dass das Festival zu einem festen Termin im Berliner Kulturkalender werden könnte.






