08 May 2026, 04:19

Asylanträge in Deutschland sinken – doch warum eigentlich?

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Asylanträge in Deutschland sinken – doch warum eigentlich?

Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Rückgang folgt auf eine Reihe von politischen Kurswechseln und veränderten Bedingungen in den wichtigsten Herkunftsregionen von Migranten. Der Migrationsexperte Gerald Knaus hat nun die Ursachen – und die Kontroversen – hinter diesem Trend analysiert.

Vor einem Jahr führte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt an Deutschlands Binnengrenzen die Zurückweisung von Asylsuchenden ein. Die Maßnahme sollte irreguläre Migration eindämmen, stieß jedoch auf massive Kritik. Knaus, der als Migrationsforscher tätig ist, argumentiert, dass die Praxis gegen EU-Recht verstößt und kaum etwas zur Bewältigung der langfristigen Herausforderungen beiträgt.

Knaus verweist zudem auf externe Faktoren, die den Rückgang der Anträge vorantreiben. Der Zusammenbruch des Regimes von Baschar al-Assad in Syrien im vergangenen Dezember spielte dabei eine zentrale Rolle. Zuvor hatten Deutschland und Österreich 80 Prozent aller syrischen Schutzberechtigten in der EU aufgenommen, was beide Länder besonders anfällig für Verschiebungen in den Migrationsströmen machte.

Trotz der Zurückweisungen an den Grenzen hält Knaus die Politik für eher symbolisch als wirksam. Er bezeichnet sie als kurzfristige politische Geste statt als nachhaltige Lösung für die Steuerung der Migration in die EU.

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Der starke Rückgang der Asylanträge trifft Deutschland und Österreich besonders hart. Während Behörden einen Teil des Rückgangs auf die Grenzpolitik zurückführen, betonen Analysten wie Knaus, dass tiefgreifendere geopolitische Veränderungen die eigentlichen Treiber sind. Die Debatte über die Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit von Pushbacks wird jedoch voraussichtlich weitergehen.

Quelle