14 March 2026, 08:16

Baden-Württembergs Landtag wächst auf Rekordgröße nach Wahlrechtsreform

Ein detaillierter Grundrissplan des ehemaligen Bürogebäudes des deutschen Bundeskanzlers, der den Aufbau des Gebäudes mit verschiedenen Räumen und Textanmerkungen zeigt.

Warum der Landtag so groß wie nie zuvor ist - Baden-Württembergs Landtag wächst auf Rekordgröße nach Wahlrechtsreform

Baden-Württembergs Landtag erreicht historische Rekordgröße

Mit 157 Abgeordneten ist der Landtag von Baden-Württemberg nach der Wahl im März 2026 so groß wie nie zuvor. Die Ausweitung geht auf eine umstrittene Wahlrechtsreform zurück, die ein neues Zweistimmensystem einführte – mit der Folge eines deutlichen Anstiegs an Überhang- und Ausgleichsmandaten.

Bei der Wahl 2026 wurden 70 Direktmandate in den Wahlkreisen des Landes vergeben. Die CDU errang dabei 56 Siege, darunter 16 Frauen und 40 Männer, während die Grünen 13 Mandate holten, die AfD eines und die SPD keins. Die Grünen erhielten zudem 13 Überhangmandate, andere Parteien bekamen 21 Ausgleichsmandate, um eine faire Repräsentation zu gewährleisten. Die CDU wiederum sicherte sich 14 Überhangmandate, was weitere Ausgleichszuweisungen nach sich zog.

Kritiker hatten lange gewarnt, die Reform könnte ein "Mega-Parlament" mit bis zu 200 Abgeordneten schaffen – verbunden mit Millionenkosten für zusätzliche Ausgaben. Die FDP startete sogar eine Bürgerinitiative, um die Änderungen zu stoppen, doch diese fand kaum Unterstützung. Trotz der Widerstände war eines der Hauptziele der Reform, den Frauenanteil im Landtag zu erhöhen.

Der nunmehr 157 Abgeordnete zählende Landtag ist der größte in der Geschichte des Bundeslandes – eine direkte Folge des neuen Wahlsystems und der hohen Zahl an Überhangmandaten.

Die 18. Legislaturperiode beginnt damit mit Rekordgröße. Ob die Reform tatsächlich zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und proportionaler Repräsentation führt, wird genau beobachtet werden. Bedenken hinsichtlich der Kosten und Effizienz bleiben jedoch bestehen.

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