22 May 2026, 22:22

Bavaria Film spaltet sich auf: Kreativität vs. Immobiliengeschäft in München

Bavaria Film wird aufgeteilt und sucht Investoren

Bavaria Film spaltet sich auf: Kreativität vs. Immobiliengeschäft in München

Bavaria Film, die Produktionsfirma hinter Klassikern wie Das Boot und Die unendliche Geschichte, spaltet sich in zwei eigenständige Unternehmen auf. Die Umstrukturierung erfolgte nach Zustimmung der Aktionäre und sieht vor, dass sich eine Sparte auf Film- und Fernsehproduktionen konzentriert, während die andere Immobilien und Studiobetriebe verwaltet.

Das 28 Hektar große Gelände in Geiselgasteig bei München bleibt zwar ein Medienstandort, doch für den Immobilienzweig werden neue Investoren gesucht.

Die Aufspaltung des Unternehmens wurde vom Vorstandsvorsitzenden Christian Franckenstein bestätigt. Er erklärte, dass alle erforderlichen Genehmigungen der Aktionäre und Aufsichtsbehörden vorlägen. Ziel der Trennung sei es, die Abläufe zu straffen und die Effizienz – insbesondere in der Produktionssparte – zu steigern.

Julia Reuter, geschäftsführende Gesellschafterin und ehemalige RTL-Managerin, wird nach der Umstrukturierung die Leitung der Produktionsabteilung übernehmen. Sie ist überzeugt, dass die Neuausrichtung dem Team mehr Fokus und Flexibilität ermöglichen wird. Gleichzeitig soll der Immobilienbereich potenziellen Investoren angeboten werden; die offiziellen Verkaufsbemühungen starten in diesem Sommer.

Zu den Aktionären der Bavaria Film zählen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten WDR, SWR, MDR und BR sowie der Freistaat Bayern über seine Förderbank LfA. Das Unternehmen verzeichnete für das Jahr 2025 einen Umsatz von 308 Millionen Euro bei einem Gewinn von 8 Millionen Euro.

Der Standort Geiselgasteig bleibt weiterhin ein Medienzentrum, doch der Immobilienzweig wird eigenständig agieren. Bereits jetzt wurde ein Makler mit dem Verkaufsprozess für die Immobiliensparte beauftragt.

Durch die Restrukturierung werden die kreativen und operativen Bereiche der Bavaria Film voneinander getrennt: Die Produktionssparte widmet sich ausschließlich Film- und Fernsehprojekten, während der Immobilienbereich externe Investitionen anwirbt. Die Änderungen sollen in den kommenden Monaten umgesetzt werden, wobei die Vermarktung der Immobiliensparte im Sommer beginnt.

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