Bayerns historische Schätze verschwinden – wer trägt die Schuld am Verfall?

Admin User
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Verschiedene Gebäude in unterschiedlicher Höhe und Gestaltung sind in einer städtischen Umgebung zu sehen.

Heimatschutz sucht 'Abbruch des Jahres' - Bayerns historische Schätze verschwinden – wer trägt die Schuld am Verfall?

Kampagne in Bayern lenkt Blick auf Verlust historischer Gebäude

Eine Initiative in Bayern macht auf den Schwund historischer Bauten in der gesamten Region aufmerksam. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hat seine jährliche Abstimmung zum „Abriss des Jahres“ gestartet und ruft die Bevölkerung auf, die bedauerlichsten Verluste des architektonischen Erbes zu benennen. Bei der letzten Abstimmung beteiligten sich fast 1.700 Menschen – als unpopulärster Abriss wurde Landshuts Wagnergasse gewählt.

Der Verein verzeichnet einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr historische Gebäude in Städten und Dörfern weichen modernen Neubauten. Die diesjährige Kampagne rückt erneut Bauten in den Fokus, die einst die lokale Identität prägten, heute aber verschwunden sind. Besonders diskutiert wird der Verlust des Augsburger Vereinshauses, ein unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk von 1927 an der Ecke Wolframstraße/Goethestraße. Trotz Debatten über seinen Erhalt begann im Januar 2025 der Abriss, um Platz für das Wohn- und Geschäftskomplex „Historica Living“ zu schaffen.

Der Verein kritisiert die Zerstörung traditioneller Gasthäuser, Kirchen und Wohnhäuser – für ihn sind diese Gebäude mehr als nur alte Gemäuer. Besonders historische Wirtshäuser dienten als soziale Treffpunkte und prägten den Charakter eines Ortes. Bis zum 11. Januar kann die Öffentlichkeit online über die zwölf bedauerlichsten Abrisse abstimmen. Die Aktion soll nicht nur verlorenes Kulturgut dokumentieren, sondern auch das Bewusstsein für Bauten schärfen, die einst Bayerns Landschaft geprägt haben. Durch die Aufarbeitung dieser Verluste hofft der Verein, künftig mehr Rücksicht auf den Denkmalschutz in Planungsprozessen zu erreichen.

Die Abstimmung endet am 11. Januar; dann wird bekannt gegeben, welcher Abriss die Bevölkerung am meisten bedauert. Die Initiative des Vereins kommt zu einer Zeit, in der immer mehr historische Gebäude modernen Projekten weichen. Seine Arbeit dient als Mahnmal für das Verlorene – und als Appell, das Verbleibende zu bewahren.