23 May 2026, 22:18

Bergkirchweih in Erlangen: Warum klassische Partyhits jetzt umstritten sind

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Bergkirchweih in Erlangen: Warum klassische Partyhits jetzt umstritten sind

Erlangens berühmtes Bergkirchweih-Volksfest steht in diesem Jahr vor Veränderungen, nachdem Stadtvertreter mehrere klassische Partyhits auf eine Liste als sexistisch eingestufter Lieder gesetzt haben. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die berichtete, auf dem Fest belästigt worden zu sein und sich durch die gespielte Musik unwohl gefühlt zu haben. Bei fast einer Million erwarteter Besucher hat die Entscheidung unter Wirten und Künstlern gleichermaßen für Diskussionen gesorgt.

Auslöser war ein Leserbrief einer Frau an die Nürnberger Nachrichten, in dem sie von unangemessenen Berührungen auf dem Fest berichtete und ihre Verunsicherung über die Texte bestimmter Lieder zum Ausdruck brachte. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, eine Auswahl als problematisch geltender Titel.

Der Stadtrat hatte bereits 2021 – mit Unterstützung von CSU, Linken und SPD – Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilt. Nun wurden Stücke wie Skandal im Sperrbezirk sowie Titel von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel auf die schwarze Liste gesetzt. Die Verantwortlichen betonen jedoch, es gehe nicht um ein Verbot, sondern um ein inklusiveres Festumfeld für die Besucher.

Doch die Maßnahme stößt auf Widerstand: Gastwirte zweifeln an der Wirksamkeit der Liste, und einige Musiker sollen sich zufolge der neuen Richtlinien scheuen, in Deutschland aufzutreten. Trotz der Kritik hält die Stadt daran fest, dass es darum gehe, denen entgegenzukommen, die das Fest ohne konfrontative Inhalte genießen möchten.

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Die schwarze Liste bleibt für die diesjährige Bergkirchweih (30. Mai bis 10. Juni) bestehen. Zwar betont die Stadt, es handele sich nicht um ein Verbot, doch die Debatte spiegelt eine grundsätzliche Auseinandersetzung wider: Wie lassen sich Tradition und sich wandelnde Ansprüche an ein respektvolles Miteinander bei Großveranstaltungen vereinen? Die Organisatoren stehen nun vor der Herausforderung, diesen Spagat zu meistern.

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