07 May 2026, 08:14

Berlin bewirbt sich für Olympia 2036 – doch die Kostenpläne sorgen für Streit

Plakat für die Olympischen Spiele 1932 in Berlin mit zwei Läufern im Vordergrund und Text mit Ereignisdetails.

Berlin bewirbt sich für Olympia 2036 – doch die Kostenpläne sorgen für Streit

Berlin hat offiziell seine Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 eingereicht. Der vom Senat vorgelegte Vorschlag enthält ein detailliertes Finanzierungskonzept, stößt jedoch bereits auf Kritik – insbesondere wegen der Kostenprognosen und möglichen Risiken.

Das Bewerbungskonzept unterteilt die Ausgaben in drei Bereiche: operative Kosten, Infrastrukturinvestitionen und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro veranschlagt, die der Senat durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Marketingeinnahmen decken will. Weitere 1,59 Milliarden Euro sind für die Infrastruktur vorgesehen, darunter 500 Millionen Euro für Verkehrsprojekte und 227 Millionen Euro für Wettkampfstätten.

Allerdings fehlen im Plan Angaben zu öffentlichen Dienstleistungen wie Sicherheit und Verwaltung. Zum Vergleich: Allein die Sicherheitskosten für die Spiele 2024 in Paris beliefen sich laut französischem Rechnungshof auf 1,4 Milliarden Euro.

Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hinterfragt die finanziellen Annahmen der Bewerbung. Er argumentiert, die Veranstalter stützten sich auf überoptimistische Einnahmeprognosen statt auf vorsichtige Schätzungen. Schütte warnt zudem, dass politische Instabilität und Inflation die Kosten noch weiter in die Höhe treiben könnten als ohnehin schon prognostiziert.

Der Senatsvorschlag zielt zwar auf einen ausgeglichenen Haushalt für die Spiele ab. Da jedoch zentrale Posten wie die Sicherheit noch nicht verbucht sind, bleiben Bedenken wegen möglicher Finanzlücken. Kritiker fordern realistischere Planungen, bevor das Vorhaben weiterverfolgt wird.

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