Bischöfe fordern mehr positive Geschichten – trotz sinkendem Interesse an Nachrichten

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Menschen mit einem Kreuz in einer Kathedrale spazieren, mit Türen links und rechts und Blumen und dekorativen Elementen im Hintergrund.

Bischof Bätzing fordert mehr inspirierende Geschichten - Bischöfe fordern mehr positive Geschichten – trotz sinkendem Interesse an Nachrichten

Bischof Georg Bätzing aus Limburg plädiert für einen neuen Umgang der Kirche mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Er forderte eine stärkere Betonung positiver Geschichten – besonders vor dem Hintergrund, dass viele Menschen Nachrichten aktuell meiden, weil diese sich negativ auf ihre Stimmung auswirken. Seine Äußerungen fallen mit neuen Daten zusammen, die ein wiedererwachtes Interesse am Glauben in ganz Europa belegen.

Aktuelle Umfragen in Deutschland zeigen, dass mehr als die Hälfte der jungen Katholiken in der Kirche bleiben möchte. Gleichzeitig verzeichnet Frankreich einen deutlichen Anstieg Erwachsener, die sich taufen lassen – ein Zeichen für eine veränderte Hinwendung zum Christentum.

Bätzing verwies auf langjährige kirchliche Initiativen als Beispiele für wirkungsvolle, aber oft übersehene Arbeit. Seit 2015 bieten die Notunterkünfte der Diakonie Geflüchteten in Deutschland Unterkunft und Verpflegung. In Bistümern wie Trier unterstützen Caritas-Programme mit Sprachkursen und Integrationshilfen. Bis 2023 halfen von Gemeinden getragene Patenschaftsmodelle über 10.000 geflüchteten Familien, eine Wohnung und Schulplätze für ihre Kinder zu finden.

Der Bischof hob zudem ein kirchliches Projekt zur Flüchtlingshilfe hervor, das Neuankömmlinge erfolgreich in die deutsche Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integriert hat. Er argumentierte, die Kirche solle Erfolg anders messen – indem sie von ihrer Kerngemeinde aus nach oben blicke, so wie in den Anfängen des Christentums. Seine Worte stehen im Kontext breiterer Sorgen über den Nachrichtenkonsum: Studien belegen, dass viele Menschen aktuelle Berichterstattung meiden, weil sie ihre psychische Verfassung belastet. Bätzings Appell für eine positivere Erzählweise passt zu diesen Erkenntnissen und deutet an, dass Glaubensgemeinschaften hier mit gutem Beispiel vorangehen könnten.

Die Vorschläge des Bischofs unterstreichen eine wachsende Nachfrage nach konstruktivem Storytelling in religiösen Institutionen. Angesichts der Treue junger Katholiken in Deutschland und steigender Taufzahlen in Frankreich scheinen die Bemühungen der Kirche um Dialog und Nähe Früchte zu tragen. Ob diese inhaltliche Neuausrichtung die Bindung an den Glauben weiter stärken wird, bleibt abzuwarten.