13 March 2026, 20:23

Boris Palmer: Vom Klimavorreiter zum umstrittenen Provokateur – was kommt jetzt?

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer großen Menge vor einem Gebäude, mit einer Person, die eine Fahne hält, Stangen und Lichter im Hintergrund und einem Text unten, der 'Gustav Klimts Rede an der Berliner Mauer' lautet.

Boris Palmer: Vom Klimavorreiter zum umstrittenen Provokateur – was kommt jetzt?

Boris Palmer, Tübingens ehemaliger Oberbürgermeister, hat mit seinen Äußerungen zu Rassismus, Migration und öffentlicher Gesundheit immer wieder für Kontroversen gesorgt. Während einige seinen pragmatischen Ansatz in der Klimapolitik loben, führten seine Aussagen zu seinem Ausschluss aus den Grünen und zu breiter Verurteilung. Nun wird weiterhin diskutiert, ob er eine Rolle in der Landesregierung von Baden-Württemberg übernehmen sollte.

Palmers Geschichte provokanter Aussagen reicht bis ins Jahr 2018 zurück, als er auf einer Migrationskonferenz das N-Wort verwendete. Zudem verglich er die Diffamierung als Nazi mit der Zwangskennzeichnung jüdischer Menschen durch den Judenstern im Nationalsozialismus. Auf Facebook wiederholte er eine rassistische Beleidigung und behauptete fälschlicherweise, der Fußballspieler Dennis Aogo habe sie in einer privaten Nachricht genutzt.

Während der Coronavirus-Pandemie argumentierte er, Deutschland verschwende Ressourcen an ältere und kranke Patienten, die "ohnehin in sechs Monaten sterben" würden. Diese und andere Aussagen veranlassten die Grünen, ihre Unterstützung zurückzuziehen und ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn einzuleiten.

Trotz der massiven Kritik hat Palmer auch Unterstützer. Der Journalist Peter Unfried sieht in seiner Bereitschaft, Parteilinien und kulturelle Normen infrage zu stellen, eine Stärke, die ihn zu einem effektiven Führungskraft in einer vielfältigen Gesellschaft mache. Unfried bezeichnet ihn sogar als Deutschlands führenden sozial-ökologischen Pragmatiker und verweist auf das Wirtschaftswachstum Tübingens bei gleichzeitig deutlicher Reduzierung der CO₂-Emissionen unter Palmers Führung.

Doch die Kritik bleibt hart. Die politische Kommentatorin Alice von Lenthe lehnt jede ministeriale Berufung Palmers ab und bezeichnet ihn als Menschenfeind, Rassisten und Holocaust-Verharmloser. Seine Geschichte von beleidigenden Aussagen disqualifiziere ihn für ein öffentliches Amt, so von Lenthe.

Die Debatte über Palmers politische Zukunft ist noch nicht entschieden. Zwar fanden seine Klimapolitiken in Tübingen Anerkennung, doch seine wiederholten Eklats haben seine Erfolge überschattet. Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat sich bisher nicht offiziell zu einer möglichen Rolle Palmers geäußert – die Frage bleibt damit offen.

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