Braunschweig reformiert Winterdienst nach massiven Bürgerprotesten und Schneechaos
Paul MeyerBraunschweig reformiert Winterdienst nach massiven Bürgerprotesten und Schneechaos
Der Stadtrat von Braunschweig hat einen Antrag verabschiedet, der Verbesserungen beim Winterdienst fordert. Die Entscheidung folgt auf massive Beschwerden über nicht geräumte Fahrradwege und unpassierbare Straßen während der jüngsten Schneestürme. Kritiker werfen dem aktuellen Service vor, die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern nicht ausreichend zu berücksichtigen.
Der Antrag war zunächst von der Fraktion DIE FRAKTION. BS am 18. Februar eingebracht worden. Darin wurde eine umfassende Überprüfung der Personalkapazitäten und Ausrüstung des Dienstleisters ALBA gefordert, da die Ressourcen bei starkem Schneefall offenbar nicht ausgereicht hätten. Zahlreiche wichtige Verkehrsverbindungen blieben stundenlang blockiert, sodass Pendler strandeten.
Der Sturm „Elli“ verschärfte die Lage zusätzlich: Züge fielen aus, Schulen mussten schließen. Obwohl die Einsatzkräfte rund um die Uhr im Einsatz waren, wurden frisch geräumte Straßen schnell wieder unpassierbar. Berichte von regionalHeute.de über vernachlässigte Radwege heizten die Wut der Bürger weiter an.
Die Stadtverwaltung räumte ein, dass Fahrradwege im vergangenen Winter nur alle 19 Stunden geräumt worden seien. Bei vielen Straßen hätten sich die Verzögerungen noch länger hingezogen. Im Antrag hieß es, dass diese Versäumnisse die Ziele des Braunschweiger Mobilitätsentwicklungsplans 2035 untergraben, der nachhaltige Verkehrsformen fördern soll.
Nach Debatten im Verkehrsausschuss und im Verwaltungsausschuss fand der Vorschlag in der letzten Dienstagssitzung des Rates eine Mehrheit. Die Stadträte betonten, dass ein zuverlässiger Winterdienst entscheidend sei für sichere und umweltfreundliche Mobilität.
Der beschlossene Antrag verpflichtet ALBA nun, seine Winterdienste neu zu bewerten. Künftig sollen Fahrradwege konsequenter geräumt und Straßen häufiger instand gehalten werden – besonders bei Schneestürmen. Die Änderungen zielen darauf ab, den Winterdienst mit den langfristigen Verkehrsziele der Stadt in Einklang zu bringen.






