29 March 2026, 02:20

Bundeselternrat fordert Schüler-ID gegen Chaos bei Umzügen zwischen Bundesländern

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einem bunt bemalten "Students for Future"-Schild vor einer Kulisse aus Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Bundeselternrat fordert Schüler-ID gegen Chaos bei Umzügen zwischen Bundesländern

Deutschlands föderales Bildungssystem bereitet Familien bei Umzügen zwischen Bundesländern weiterhin Probleme. Kinder verlieren oft den Zugang zu Förderangeboten oder erleben Verzögerungen, wenn ihre Schullaufbahnakten nicht reibungslos übertragen werden. Nun fordert der Bundeselternrat eine bundesweite Schüler-ID, um den Datenaustausch zu vereinfachen und Lernunterbrechungen zu vermeiden.

Das aktuelle System stellt für Schüler, die innerhalb Deutschlands umziehen, ein Hindernis dar. Da es keinen standardisierten Datenaustausch gibt, werden Bildungsverläufe nicht einheitlich zwischen den Bundesländern weitergegeben. Diese mangelnde Abstimmung führt zu bürokratischen Hürden – mit der Folge, dass Kinder während des Übergangs notwendige Unterstützung entbehren müssen.

Andere europäische Länder haben ähnliche Herausforderungen bereits gelöst. Österreich führte 2003 das Bildungsdokumentationsgesetz (BilDokG) ein, das Schulen verpflichtet, Schülerdaten an eine zentrale Stelle zu melden. 2014 folgte das Zentrale Personenstandsregister (ZPR), das wichtige persönliche und bildungsrelevante Daten speichert. In Deutschland zeigt das ASV-BW-System in Baden-Württemberg, wie digitale Lösungen funktionieren können: Das Programm standardisiert den Datenaustausch und verknüpft ihn mit Planungsinstrumenten wie winprosa und Untis, sodass statistische Berichte lückenlos erstellt werden und gleichzeitig schulische Bedürfnisse erfüllt werden.

Der Bundeselternrat plädiert dafür, in Deutschland ein ähnliches Modell einzuführen. Bestehende digitale Systeme – etwa die elektronische Patientenakte oder das ELSTER-Steuerportal – beweisen, dass sichere, bundesweite Lösungen sowohl machbar als auch notwendig sind. Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Rat, bezeichnete die derzeitige fehlende Kommunikation zwischen den Systemen als "inakzeptabel". Der Elternrat schlägt eine einheitliche Schüler-Identifikationsnummer vor, um Bildungsdaten systematisch zu verwalten. Dies würde die Grundlage für eine länderübergreifende Dokumentation schaffen und sicherstellen, dass Schüler unabhängig vom Wohnort Zugang zu ihren schulischen Unterlagen behalten.

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Eine bundesweite Schüler-ID könnte Datenlücken schließen und bürokratische Hindernisse im deutschen Bildungssystem abbauen. Ziel des Vorschlags ist es, Schülern einen nahtlosen Zugang zu ihren Unterlagen zu ermöglichen und Rückschläge bei Umzügen zu verhindern. Der Rat betont jedoch, dass bei der Umsetzung strenge Datenschutzmaßnahmen unverzichtbar sind, um sensible Informationen zu schützen.

Quelle