Bundesrat will Apothekenreform revolutionieren – mehr Rechte für Krankenhausapotheken
Bundesrat will Apothekenreform revolutionieren – mehr Rechte für Krankenhausapotheken
Der deutsche Bundesrat drängt auf weitreichende Änderungen an der bevorstehenden Apothekenreform. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Handhabung und Verteilung von parenteralen Arzneimitteln in Apotheken grundlegend zu reformieren. Die geplanten Anpassungen könnten auch Auswirkungen darauf haben, wo diese Medikamente im Land hergestellt und bereitgestellt werden.
Nach der aktuellen Rechtslage dürfen Apotheken gebrauchsfertige Zytostatika abgeben, während Krankenhausapotheken als Auftragshersteller fungieren – allerdings nur für zytostatische Behandlungen. Der Bundesrat fordert nun, dies auf alle parenteralen Arzneimittel auszuweiten, die für einzelne Patienten hergestellt werden. Die bestehenden Beschränkungen würden in der Praxis unnötige Hürden schaffen, so die Begründung.
Darüber hinaus empfiehlt der Rat, dass Krankenhausapotheken künftig alle parenteralen Medikamente – und nicht nur Zytostatika – als Auftragshersteller liefern sollten. Diese Änderung könnte Krankenhäuser dazu anregen, ihre Reinraumkapazitäten stärker für die Rezepturherstellung zu nutzen. Kritiker warnen jedoch vor einer Entwicklung hin zu "Briefkastenapotheken" – Betrieben, die vor allem administrative Aufgaben übernehmen, die eigentliche Herstellung aber auslagern.
Ein weiterer zentraler Vorschlag sieht vor, dass herstellende und beauftragte Apotheken geografisch nah beieinander liegen müssen. Damit soll verhindert werden, dass einige große, überregional tätige Apotheken den Markt dominieren. Allerdings könnte diese Regelung Apotheken mit sterilen Laboren vor Probleme stellen, wenn ihre Standorte nicht mit den neuen räumlichen Vorgaben vereinbar sind.
Die Pläne des Bundesrates würden das Spektrum der parenteralen Arzneimittel erweitern, die Krankenhausapotheken herstellen und vertreiben dürfen. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Produktion und Versorgung mit Medikamenten in Deutschland grundlegend verändern. Zudem könnten sie den Wettbewerb zwischen Apotheken neu ordnen – insbesondere für solche mit spezialisierten sterilen Einrichtungen.
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