17 March 2026, 04:14

Bundesweiter Apotheken-Protest am 23. März droht mit massiven Schließungen

Eine Gruppe von Menschen mit Protestplakaten und Schildern vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund auf einem Objekt sitzend und einem Müllcontainer auf der rechten Seite.

Bundesweiter Apotheken-Protest am 23. März droht mit massiven Schließungen

Tausende Apotheken in ganz Deutschland könnten am 23. März schließen, wenn sich Besitzer und Mitarbeiter an einem bundesweiten Protest beteiligen. Die von der ABDA und den Landesapothekerverbänden organisierte Aktion richtet sich an die Politik, die versprochene Verbesserungen bei Gebühren und Arbeitsbedingungen nicht umgesetzt hat. Patienten, die dringend auf Versorgung angewiesen sind, erhalten weiterhin Hilfe über den Notdienst während der Schließungen.

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Im Mittelpunkt des Protests stehen drei zentrale Forderungen. Erstens besteht die ABDA darauf, dass die Bundesregierung die feste Apothekengebühr (Fixum) auf 9,50 Euro anhebt – ein Betrag, der zwar im Koalitionsvertrag vereinbart, aber nie umgesetzt wurde. Zweitens fordern sie eine Reform der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV), um die stark gestiegenen Kosten widerzuspiegeln: Die Personalkosten sind seit 2013 um 80 Prozent gestiegen, die Gesamtkosten um 60 Prozent. Drittens lehnen sie Pläne für "Apotheken ohne Apotheker" im kommenden Apothekengesetz (ApoVWG) ab und warnen, dass dies die Patientensicherheit und die Versorgungssicherheit gefährde.

Jede Apothekenleitung entscheidet selbstständig, ob sie am Protesttag schließt. Mitarbeiter können nicht gezwungen werden, an Kundgebungen teilzunehmen, und müssen auch keine Überstunden leisten, um die Ausfallzeiten auszugleichen. Arbeitgeber dürfen jedoch Aufgaben verteilen, die während der Schließung erledigt werden können. Nach deutschem Arbeitsrecht (Annahmeverzug) haben Beschäftigte zudem Anspruch auf ihr reguläres Gehalt, selbst wenn die Apotheke geschlossen bleibt.

Größere Demonstrationen sind in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München geplant. Die ABDA betont, dass es sich nicht um einen Streik handle, sondern um einen koordinierten Appell an die Politik. Der Notdienst bleibt aufrechterhalten, um sicherzustellen, dass Patienten weiterhin Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten haben.

Am Protesttag werden die Apotheken ihre Türen schließen – sofern die Leitungen nicht anders entscheiden. Die Mitarbeiter erhalten ihr Gehalt wie gewohnt, und dringende Rezepte werden über den Notdienst abgedeckt. Ob die Aktion Erfolg hat, hängt davon ab, ob die Politik auf die Forderungen zu Gebühren, Kostenanpassungen und Personalregelungen eingeht.

Quelle