Cannabis-Beschlagnahmungen explodieren trotz Teillegalisierung in Deutschland
Maximilian BrandtCannabis-Beschlagnahmungen explodieren trotz Teillegalisierung in Deutschland
Cannabis-Beschlagnahmungen in Deutschland auf Rekordniveau – trotz Teillegalisierung
Trotz der teilweisen Legalisierung von Cannabis verzeichnet Deutschland einen deutlichen Anstieg bei der Beschlagnahmung der Droge. Im vergangenen Jahr konfiszierten die Behörden Rekordmengen – allein der Zoll sicherte 2025 über 50 metrische Tonnen. Der Trend wirft Fragen auf, wie sich die geänderten Gesetze auf den Schwarzmarkt auswirken.
Noch 2024 hatten Polizei und Zoll gemeinsam rund 24 metrische Tonnen Cannabis abgefangen. Doch 2025 verdoppelte sich diese Menge fast – der Zoll allein beschlagnahmte über 50 Tonnen. Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deuten darauf hin, dass Schmuggler ihre Routen anpassen, um der Entdeckung zu entgehen.
Sicherheitsbehörden argumentieren, dass der Anstieg der Beschlagnahmungen auf einen wachsenden illegalen Handel hindeutet, der durch die Teillegalisierung sogar angeheizt werde. Forscher wie Jakob Manthey vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung sehen das jedoch anders: Ihrer Einschätzung nach ist die Nachfrage nach illegalem Cannabis tatsächlich gesunken. Studien zeigen zudem, dass der Gesamtkonsum seit der Gesetzesänderung nicht signifikant gestiegen ist.
Gleichzeitig steigen die legalen Importe von medizinischem Cannabis stark an. Dieser Zuwachs spiegelt den erleichterten Zugang durch die neuen Regelungen wider – während der Schwarzmarkt weiterhin floriert.
Die Rekordbeschlagnahmungen zeichnen ein widersprüchliches Bild der Cannabis-Versorgung in Deutschland: Zwar wachsen die legalen Importe, doch gleichzeitig nutzen Schmuggler offenbar Lücken in der Strafverfolgung aus. Die Behörden stehen nun vor der Herausforderung, Regulierung und die Realitäten eines sich wandelnden illegalen Marktes in Einklang zu bringen.






