11 June 2026, 06:11

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus

Zentralrat: Nuhr deckt 'Doppelmoral' der Medien auf

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus

Der Kabarettist Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis für sein Engagement gegen Antisemitismus und die Entlarvung von Doppelstandards ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland verliehen. dessen Präsident Josef Schuster hob Nuhrs konsequente Kritik an einseitiger Medienberichterstattung über Israel und das Judentum hervor.

Bei der Verleihungszeremonie warf Schuster den deutschen Medien vor, antisemitische Erzählmuster zu verbreiten. Gleichzeitig würdigte er Nuhr dafür, diese Strukturen in öffentlich-rechtlichen Sendern und der Gesellschaft insgesamt infrage zu stellen.

In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus keineswegs nur ein Problem des rechten Rands sei. Vielmehr sei er auch in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten verbreitet. Der Komiker warnte zudem vor einem Rückgang unabhängigen Denkens, den er als gefährlichen Trend bezeichnete, der Extremismus begünstige.

Ahmed Mansour lobte Nuhr für seinen Mut, Positionen zu vertreten, die viele teilen, aber selten offen äußern. Der nach dem Rabbiner Leo Baeck benannte Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie Altkanzlerin Angela Merkel.

Die Auszeichnung würdigt Nuhrs Rolle bei der Auseinandersetzung mit Vorurteilen und geistiger Konformität. Sowohl seine Äußerungen als auch Schusters Kritik unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich medialer Voreingenommenheit. Der Preis untermauert die Bedeutung, Antisemitismus über das gesamte politische und gesellschaftliche Spektrum hinweg zu bekämpfen.

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