Dobrindt wehrt sich gegen AfD-"Putsch"-Vorwürfe nach Landtagswahlen in Ostdeutschland
Paul MeyerDobrindt wehrt sich gegen AfD-"Putsch"-Vorwürfe nach Landtagswahlen in Ostdeutschland
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Warnungen vor einem möglichen Machtgriff der rechtspopulistischen AfD nach den jüngsten Landtagswahlen in Ostdeutschland zurückgewiesen. Seine Äußerungen erfolgten als Reaktion auf die Befürchtungen des Thüringer Innenministers Georg Maier (SPD), der vor einem möglichen „Putsch“ im Zusammenhang mit den Plänen der Partei für die Landesverwaltung gewarnt hatte.
Auslöser der Debatte war die Ankündigung von Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, bis zu 150 bis 200 Stellen in der Landesverwaltung ersetzen zu wollen, falls seine Partei die Wahl gewinnt. Maiers Warnung vor einem „Putsch“ veranlasste Dobrindt zu einer skeptischen Haltung – er stellte den Nutzen solcher alarmistischen Prognosen infrage.
Dobrindt betonte, es gebe keine Hinweise auf ernsthafte ausländische Versuche, die anstehenden Landtagswahlen zu manipulieren. Zwar räumte er ein, dass es weiterhin Desinformationskampagnen und koordinierte Einflussnahmen in sozialen Medien gebe – auch durch ausländische Akteure –, doch sei vor der Wahl keine spürbare Zunahme solcher Aktivitäten zu verzeichnen.
Statt sich auf hypothetische Risiken zu konzentrieren, forderte Dobrindt politische Anstrengungen, um eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern. Seiner Ansicht nach müsse es Priorität haben, Mehrheiten zu bilden, die die Partei von der Macht fernhalten. Gleichzeitig lehnte er Forderungen nach besonderen Schutzmaßnahmen ab, um zu verhindern, dass der AfD im Falle eines Regierungsbeitritts Zugang zu sensiblen Sicherheitsinformationen gewährt wird.
Dobrindts Aussagen relativieren zwar akute Bedrohungen, unterstreichen aber die Notwendigkeit politischen Handelns. Die von der AfD geplanten personellen Veränderungen in der Verwaltung bleiben umstritten – die Einschätzungen über die Ernsthaftigkeit der Risiken gehen auseinander. Bisher wurden keine konkreten Schritte unternommen, um der Partei den Zugang zu staatlichen Positionen zu verwehren.






