Duisburger Polizeilabor: Von 250.000 Euro zu 4,66 Millionen – was ging schief?
Jakob BraunDuisburger Polizeilabor: Von 250.000 Euro zu 4,66 Millionen – was ging schief?
Hochtechnologie-Polizeilabor in Duisburg sorgt mit Luxusausstattung und explodierenden Kosten für Aufsehen
Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, beliefen sich die endgültigen Kosten des Projekts auf stolze 4,66 Millionen Euro. Nun müssen sich Verantwortliche Fragen zur finanziellen Kontrolle stellen – insbesondere, weil vorab keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde.
Das Duisburger Innovationslabor, geleitet von Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner, glänzt mit einer opulenten Innenausstattung. Teile des Hauptgebäudes sind dem legendären Bernsteinzimmer nachempfunden, während der Konferenzbereich in eine Lounge mit samtbezogenen Sesseln und Billardtischen verwandelt wurde. Daneben liegt ein vernachlässigter Überwachungsbereich, in dem umgestürzte Stühle und ein kaputter Schwarz-Weiß-Fernseher einen krassen Kontrast bilden.
Das Herzstück des Labors ist eine vollautomatische Kaffeemaschine in der Größe eines doppelten Kleiderschranks. Mit 100 individuellen Einstellungen zaubert sie Getränke in Barista-Qualität – persönlich serviert von Brandner an Besucher. Die luxuriöse Ausstattung rechtfertigt er als präventive Antikorruptionsmaßnahme.
Zu den kurioseren Features zählt der Roboterhund Spot, der für den Einsatz im Gelände programmiert wurde. Seine Aufgabe: belastendes Material aufnehmen und in winzige Datenpellets verarbeiten. Das Landesamt für Polizeidienstleistungen (LZPD) gab inzwischen zu, dass vor Baubeginn keine Kosten-Nutzen-Analyse erfolgte.
Die endgültigen Kosten von 4,66 Millionen Euro überstiegen die ursprünglichen Schätzungen bei Weitem. Nun müssen die Verantwortlichen erklären, warum auf eine finanzielle Prüfung in der Planungsphase verzichtet wurde. Die Mischung aus Luxus und Hightech-Werkzeugen wirft zudem weitere Fragen zur Verwendung öffentlicher Mittel auf.






