07 June 2026, 14:14

Düstere Geheimnisse: Warum Kinderreime oft blutige Geschichten verbergen

Ein Serienkiller, Die Beulenpest und Menschenopfer: Die Gruselige Hintergrundgeschichten von Sieben Kinderreimen

Düstere Geheimnisse: Warum Kinderreime oft blutige Geschichten verbergen

Viele Kinderreime haben weit düsterere Ursprünge, als ihre fröhlichen Melodien vermuten lassen. Hinter den einfachen Versen verbergen sich Theorien über Krieg, Gewalt und sogar Mord. Manche dieser Geschichten bleiben bis heute rätselhaft, andere wurden im Laufe der Zeit widerlegt.

Einer der meistdiskutierten Reime ist Humpelstielzchen – ein Vers, in dem ursprünglich überhaupt kein Ei vorkam. Der Reim Humpelstielzchen erschien erstmals 1797 im Druck, doch von einem Ei war darin keine Rede. Stattdessen gab es den Begriff „Humpty Dumpty“ bereits seit über einem Jahrhundert. Im 17. und 18. Jahrhundert bezeichnete er entweder eine tollpatschige, übergewichtige Person oder ein heißes Getränk aus gebranntem Wein und Bier.

Mehrere Theorien versuchen, die Bedeutung des Reims zu erklären. Eine deutet ihn als Anspielung auf König Richard III., dessen krummer Rücken und dessen Niederlage in der Schlacht von Bosworth Field 1485 den Vers inspiriert haben sollen. Eine andere, weiter verbreitete Theorie knüpft den Reim an den Englischen Bürgerkrieg. Demzufolge war „Humpty Dumpty“ der Spitzname einer großen Kanone, die in Colchester von einem Kirchturm stürzte und unwiederbringlich zerbrach.

Auch andere Kinderreime bergen düstere Möglichkeiten. London Bridge brennt könnte sich auf eine grausame Hinrichtungsmethode beziehen, bei der Opfer in Stein eingemauert und dem Tod überlassen wurden. Der Muffin-Mann hingegen wurde fälschlich mit dem Mythos eines Serienmörders in Verbindung gebracht. Der Reim stammt tatsächlich aus dem Jahr 1820 und beschreibt vermutlich reale Händler, die in London von Tür zu Tür Muffins verkauften. Behauptungen, er beziehe sich auf Frederick Thomas Lynwood – einen angeblichen Mörder –, entbehren jeder historischen Grundlage. Eine weitaus tödlichere Figur war Mary Ann Cotton, Londons erste bekannte Serienmörderin, doch sie hatte nichts mit dem Reim zu tun.

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Die wahren Geschichten hinter den Kinderreimen bleiben oft unklar, vermischen sich aus Fakten und Volksglauben. Manche Theorien halten sich trotz geringer Belege hartnäckig, andere enthüllen beunruhigende historische Ereignisse. Gewiss ist: Diese einfachen Lieder, die seit Generationen weitergegeben werden, tragen weit mehr in sich als nur kindliche Melodien.

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