Erdrutschsieg der Freien Wähler beendet CSU-Ära in Miesbach
Das politische Gefüge im Landkreis Miesbach hat sich nach einer entscheidenden Stichwahl am 22. März 2026 grundlegend verändert. Jens Zangenfeind von den Freien Wählern errang einen Erdrutschsieg und beendete damit die jahrzehntelange Vorherrschaft der Christlich-Sozialen Union (CSU) im Landkreis. Die Wahl war notwendig geworden, nachdem der amtierende Landrat Olaf von Löwis (CSU) auf eine zweite Amtszeit verzichtet hatte.
Von Löwis, der bisherige CSU-Landrat, hatte sich nach nur einer Legislaturperiode aus der Politik zurückgezogen. Sein Rückzug ebnete den Weg für ein hart umkämpftes Rennen, an dem zunächst sieben Bewerber teilnahmen. Nach der ersten Wahlrunde blieb ein Duell zwischen Jens Zangenfeind und dem CSU-Urgestein Franz Schnitzenbaumer übrig, der in der Region tief verwurzelt ist.
Schnitzenbaumer, der zuvor als Bürgermeister von Schliersee amtiert hatte, verkörperte den Versuch der CSU, ihre Machtposition zu halten. Doch Zangenfeind, ehemaliger Bürgermeister von Hausham, erhielt eine überwältigende Unterstützung: Von 39.588 gültigen Stimmen entfielen 30.875 – also 78 Prozent – auf ihn, während Schnitzenbaumer nur 8.713 Stimmen (22 Prozent) erhielt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 50 Prozent, da 39.846 der 79.451 Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben.
Das Ergebnis markiert einen deutlichen Bruch mit der Tradition. Die CSU hatte den Landkreis Miesbach über Jahrzehnte dominiert, doch Zangenfeinds Sieg deutet auf einen Wandel der politischen Präferenzen hin. Sein Vorgänger, Wolfgang Rzehak von den Grünen, hatte die CSU-Herrschaft bereits kurzzeitig unterbrochen, bevor von Löwis das Amt übernahm.
Mit Zangenfeinds Wahl ändert sich die Führung im Landkreis Miesbach grundlegend: An die Stelle jahrzehntelanger CSU-Prägung tritt nun eine neue Ära unter den Freien Wählern. 30.875 Wähler sprachen sich für seine Kandidatur aus – ein klarer Auftrag, der die Unterstützung für seinen Konkurrenten bei Weitem übertrifft. Seine Amtszeit beginnt in einem Landkreis mit veränderten politischen Rahmenbedingungen.






