EU-Gehaltsrichtlinie: CDU-Politikerin warnt vor Bürokratie-Flutwelle für Unternehmen
Paul MeyerEU-Gehaltsrichtlinie: CDU-Politikerin warnt vor Bürokratie-Flutwelle für Unternehmen
Die geplante EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz stößt bei deutschen Politikern auf scharfe Kritik. Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann bezeichnete sie als Musterbeispiel für europäische Überregulierung. Sie warnte, die Vorschriften würden Unternehmen in Bergen von Bürokratie begraben, statt Lohngerechtigkeit zu schaffen.
Laut dem Entwurf müssten Firmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Gehaltsberichte vorlegen. Doch selbst kleinere Betriebe – etwa eine Bäckerei mit acht Mitarbeitenden – stünden vor erheblichem Verwaltungsaufwand. Dazu zählen die Beantwortung individueller Lohnanfragen sowie der Vergleich von Vergütungspaketen, inklusive Leistungen wie Firmenfahrräder, Reisekostenzuschüsse oder Boni.
Connemann argumentierte, die Richtlinie werde echte Lohnungleichheiten nicht beheben, sondern eine „Bürokratie-Flutwelle“ auslösen. Sie verwies auf die bestehenden deutschen Gesetze, die bereits gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit vorschreiben. Statt neuer Regulierung forderte sie einen Fokus auf Wachstum und Wertschöpfung – unter Berufung auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit.
Die Politikerin behauptete, solche Überregulierung bremse Europa aus. Statt mehr Fairness zu schaffen, belaste die Richtlinie Unternehmen aller Größen mit unnötigem bürokratischem Ballast.
Die Kritik unterstreicht Bedenken hinsichtlich der praktischen Auswirkungen der Richtlinie. Besonders kleine und mittlere Unternehmen müssten erhebliche Verwaltungslasten tragen – von Lohnvergleichen bis zur Bewertung von Zusatzleistungen. Da das deutsche Recht Lohngleichheit bereits regelt, stellt sich die Frage, ob zusätzliche EU-Vorgaben überhaupt notwendig sind.






