30 March 2026, 00:18

EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung lösen Proteste deutscher Autohändler aus

Kfz-Kennzeichen mit dem Herstellernamen.

EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung lösen Proteste deutscher Autohändler aus

EU-Kommission stößt mit Plänen zur Vereinheitlichung von Fahrzeugkennzeichnungen auf scharfe Kritik deutscher Autohändler

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat die Vorschläge der Europäischen Kommission als undurchführbar zurückgewiesen und warnt vor erheblichen Störungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn forderte die Politik auf, die Regelungen grundlegend zu überarbeiten, bevor sie Händler mit rechtlichen und finanziellen Belastungen konfrontieren.

Die Kommission will die seit 1999 geltende Richtlinie zu Verbrauchs- und Emissionsangaben durch eine neue Verordnung ersetzen – und dabei die Kennzeichnungspflicht auch auf Gebrauchtfahrzeuge ausweiten, nicht nur auf Neuwagen. Doch der ZDK sieht darin gravierende technische und praktische Probleme.

Viele ältere Gebrauchtwagen wurden noch nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Modelle dem strengeren WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Händlern fehlen jedoch die Mittel, um die Werte zwischen beiden Systemen umzurechnen – eine präzise Kennzeichnung sei daher unmöglich, so der Verband. Zudem gebe es bei umgerüsteten Gebrauchtfahrzeugen oft überhaupt keine verlässlichen Verbrauchsangaben.

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In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier fordert der ZDK, die Kennzeichnungspflicht auf Neuwagen zu beschränken. Auch die geplante verbindliche Angabe des Batteriezustands bei gebrauchten E-Autos lehnt der Verband als nicht umsetzbar ab. Peckruhn appellierte an das Bundeswirtschaftsministerium, in Brüssel auf realistischere Regelungen zu drängen. Andernfalls drohten überzogene Vorgaben Händler dazu zu zwingen, ältere Gebrauchtwagen komplett aus ihrem Sortiment zu nehmen.

Darüber hinaus verlangt der ZDK klarere Zuständigkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern sowie eine einheitliche Marktaufsicht in der gesamten EU. Ohne solche Anpassungen, so die Befürchtung, werde der Vorschlag weder die Transparenz verbessern noch unnötige Kosten für die Branche vermeiden.

Ziel der Kommission ist es, Verbrauchern durch die neuen Regeln bessere Vergleichsmöglichkeiten bei Kraftstoffeffizienz und Emissionen zu bieten. Doch die Einwände des ZDK zeigen: Besonders für den Gebrauchtwagenmarkt wirft der Plan erhebliche Umsetzungsprobleme auf. Wird er in der aktuellen Form beschlossen, könnte er den Umgang mit älteren Fahrzeugen in ganz Europa grundlegend verändern.

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