14 April 2026, 02:17

Europas Flugbranche streitet über Tempo der SAF-Einführung bis 2030

Air Europa Airbus A320-200 auf der Rollbahn am Frankfurter Flughafen, umgeben von Gras, Pfählen, Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Europas Flugbranche streitet über Tempo der SAF-Einführung bis 2030

Europas Vorstoß für nachhaltige Flugkraftstoffe gewinnt an Fahrt – doch Streit über Tempo und Umsetzbarkeit bleibt

Der Druck für den Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF, Sustainable Aviation Fuel) in Europa nimmt weiter zu, da neue Vorgaben den Markt für Flugtreibstoffe grundlegend verändern sollen. Steigende Ölpreise und Lieferengpässe infolges des Iran-Konflikts verstärken die Dringlichkeit des Wandels. Dennoch sind Airlines und Regulierungsbehörden uneins, wie schnell die Umstellung vorangetrieben werden sollte.

2024 stieg der Anteil nachhaltiger Flugkraftstoffe in Europa auf 2 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 % im Vorjahr. Dieses rasante Wachstum deutet darauf hin, dass die Region das Ziel von 2 % SAF an regionalen Flughäfen bis 2025 nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen könnte. Bis 2030 muss dieser Wert jedoch auf 6 % steigen.

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Die Europäische Kommission hat zudem strengere Regeln für synthetischen SAF (eSAF) erlassen, eine besonders klimafreundliche Alternative. Ab 2030 muss eSAF 1,2 % des gesamten Flugtreibstoffs ausmachen, bis 2035 soll der Anteil auf 5 % steigen. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte, dass die Vorgabe verbindlich sei und keine Anpassung erfordere.

Die Vereinigung Airlines for Europe (A4E) zeigt sich jedoch besorgt. Die Branchenvertretung argumentiert, dass die begrenzte Verfügbarkeit von eSAF und die hohen Kosten die Ziele unrealistisch machten. Sie fordert die Regulierungsbehörden auf, die Anforderungen zu lockern. Doch ein hochrangiger EU-Vertreter wies diese Appelle zurück und betonte, dass die Vorgaben bestehen blieben.

Europas SAF-Nutzung hat sich innerhalb eines Jahres bereits verdoppelt – das Ziel für 2025 rückt damit in greifbare Nähe. Die EU hält trotz Widerstand aus der Industrie an ihren langfristigen Plänen fest. Angesichts der instabilen Ölmärkte wächst der Druck, alternative Treibstoffquellen zu sichern, weiter.

Quelle