Ex-Thinktank-Autor Nils Hesse wechselt ins Wirtschaftsministerium – und löst Interessenkonflikt-Debatte aus
Maximilian BrandtEx-Thinktank-Autor Nils Hesse wechselt ins Wirtschaftsministerium – und löst Interessenkonflikt-Debatte aus
Nils Hesse, ein regelmäßiger Autor des konservativen Thinktanks Republik 21, hat eine Führungsposition im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz übernommen. Das von der CDU-Politikerin Katharina Reiche geleitete Ressort steht nun vor Fragen zu möglichen Interessenkonflikten.
Republik 21, kurz R21, wurde 2021 in München als eingetragener gemeinnütziger Verein gegründet. Die Organisation gibt sich als politisch unabhängig und rechtlich einwandfrei aus. Zu ihren Unterstützern zählt unter anderem Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag.
Hesse hatte sich durch kritische Positionen zur deutschen Energiepolitik einen Namen gemacht, während er für R21 tätig war. Auf der Website des Thinktanks wird er weiterhin als einer der Experten geführt. R21 betont jedoch, Hesse arbeite nicht mehr aktiv für die Organisation und besetze keine Doppelfunktion.
Trotz früherer Ablehnung staatlicher Finanzierung für politisch engagierte NGOs nahm R21 im Jahr 2025 selbst öffentliche Gelder an. Die Organisation kann für ihre Projekte bis zu 500.000 Euro an Bundesmitteln erhalten. Hesse leitet nun im Ministerium die Einheit „Reden und Strategische Kommunikation“ innerhalb der Führungsabteilung.
R21 beharrt darauf, dass seine Arbeit weiterhin losgelöst von Parteipolitik stattfinde. Die Annahme staatlicher Fördergelder steht jedoch im Widerspruch zu früheren Positionen der Denkfabrik zur NGO-Finanzierung. Hesses neuer Regierungsjob und seine anhaltende Verbindung zu R21 haben die Debatte um mögliche Interessenkonflikte weiter angeheizt.






