Extreme Unterschiede: Was Gastwirte für ihre Terrassen wirklich zahlen müssen
Jakob BraunExtreme Unterschiede: Was Gastwirte für ihre Terrassen wirklich zahlen müssen
Gebühren für Außengastronomie unterscheiden sich stark zwischen deutschen Kommunen – manche Städte verlangen deutlich mehr als andere
Eine aktuelle Analyse zeigt: Während Wirte in Wernigerode die höchsten Abgaben zahlen, kommen andere fast kostenlos davon. Die Debatte um die Gebühren hat nun Forderungen nach einer Reform laut werden lassen – sowohl von Gastronomen als auch von Steuerzahlerverbänden.
In Wernigerode kostet eine Standard-Terrasse von 25 Quadratmetern, die von Mai bis September betrieben wird, 1.163 Euro – die höchste Gebühr in der Region. Der starke Anstieg geht auf eine Anpassung im Jahr 2023 zurück, die die Preise weiter in die Höhe trieb. Auch in Lutherstadt Wittenberg (750 Euro) und Halle (Saale) (700 Euro) fallen die Kosten für die Außengastronomie besonders hoch aus.
Am anderen Ende der Skala liegt Schönebeck mit einer Gebühr von nur 52 Euro, gefolgt von Zeitz mit 56 Euro. Im Durchschnitt zahlen Gastronomen in den untersuchten Kommunen 328 Euro für eine Terrasse gleicher Größe und Betriebsdauer.
Einige Städte haben die Gebühren für Außenflächen sogar komplett abgeschafft. In Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Eisleben müssen Gastwirte nichts mehr für ihre Terrassen zahlen. Insgesamt hat jede fünfte der befragten Kommunen die Abgabe gestrichen. Der Bund der Steuerzahler fordert die lokalen Behörden auf, die Gebühren zu überprüfen – ihr Wegfall hätte demnach kaum spürbare finanzielle Folgen, da sie meist weniger als 0,05 Prozent der Gesamteinnahmen einer Stadt ausmachen. Zudem würden ohne die Gebühren auch die Verwaltungskosten für Erhebung und Kontrolle entfallen.
Die großen Unterschiede bei den Terrassengebühren spiegeln unterschiedliche Herangehensweisen bei der Unterstützung lokaler Betriebe wider. Während einige Städte hohe Abgaben erheben, haben andere sie ohne nennenswerte Haushaltsbelastung abgeschafft. Für Gastronomen können die Kostenunterschiede je nach Standort erhebliche Einsparungen bedeuten – oder eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen.






