Gefangener entkommt während Hafturlaubs – nach 24 Stunden wieder gefasst
Finn BauerGefangener entkommt während Hafturlaubs – nach 24 Stunden wieder gefasst
Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., entkam während eines begleiteten Ausgangs aus dem Gefängnis Celle in Peine. Rund 24 Stunden später wurde er gefasst und wieder in Haft genommen. Der Vorfall hat Debatten über die Sicherheit in Justizvollzugsanstalten und die Regelungen zu Hafturlaub in Niedersachsen ausgelöst.
Benjamin F. floh mit seinem Motorrad, nachdem ihm der begleitete Ausgang gewährt worden war. Während seiner Flucht besuchte er seine Mutter im Peiner Ortsteil Vöhrum. Später war er in Italien in einen Verkehrsunfall verwickelt, bevor er schließlich gestellt werden konnte.
Die Flucht wirft Fragen nach den Abläufen im Strafvollzug auf. In Niedersachsen können Häftlinge begleiteten Hafturlaub erhalten, wenn sie mindestens zehn Jahre ihrer Strafe verbüßt haben. Für unbeaufsichtigte Aktivitäten oder kurzfristigen Urlaub sind acht Jahre Haft Voraussetzung. Die Entscheidungen basieren auf einer Verhaltensprognose, die das Flucht- oder Rückfallrisiko bewertet.
Benjamin F. hatte zuvor bereits 38 Mal begleiteten Hafturlaub ohne Zwischenfälle erhalten. Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen äußerte nun Bedenken hinsichtlich der Umstände seiner Flucht.
Der Fall rückt die Kriterien für Hafturlaub in der Region in den Fokus. Es ist wahrscheinlich, dass die Behörden die Richtlinien nach diesem Vorfall überprüfen werden. Benjamin F. bleibt weiterhin in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen andauern.






