24 June 2026, 00:15

Gericht stoppt Spiegel-Berichte über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ulmen setzt sich gegen 'Der Spiegel' vor Gericht durch

Gericht stoppt Spiegel-Berichte über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen erlassen. Das Urteil untersagt dem Magazin, bestimmte Vorwürfe über seine angebliche Beteiligung an KI-generierter Fake-Pornografie zu veröffentlichen. Im Mittelpunkt des Falls stehen Behauptungen, Ulmen habe explizite Deepfake-Inhalte mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und verbreitet.

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Ulmen hatte bereits im April vor dem Landgericht Hamburg Klage gegen Der Spiegel eingereicht. Im Mai entschied das Gericht zunächst, dass die Berichterstattung des Magazins über die Deepfake-Vorwürfe zulässig sei. Das Oberlandesgericht kam nun jedoch zu dem Schluss, dass Teile einer E-Mail Ulmens an seinen Verteidigungskanzlei durch das Persönlichkeitsrecht geschützt sind und nicht veröffentlicht werden dürfen.

Zudem sah das Gericht keine ausreichenden Beweise dafür, dass Ulmen das KI-generierte Material produziert und weitergegeben habe. Der Spiegel ist daher nun daran gehindert, diese Anschuldigung zu wiederholen. Das Magazin darf jedoch weiterhin berichten, dass Fernandes Ulmen körperliche Gewalt vorwirft.

Unabhängig davon ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Ulmen wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt. Seine Anwälte von der Kanzlei Schertz-Bergmann argumentierten, die Berichterstattung des Spiegel habe zu einer übermäßigen Medienaufmerksamkeit und einer einseitigen öffentlichen Diskussion geführt.

Unterdessen mehren sich die Forderungen nach strengeren Regulierungen zum Missbrauch von KI. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und digitale sexualisierte Gewalt zu verschärfen. Auch SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang setzen sich für schärfere gesetzliche Maßnahmen ein.

Die einstweilige Verfügung beschränkt Der Spiegel darin, spezifische Behauptungen über Ulmen und den Deepfake-Skandal zu verbreiten. Die Gerichtsentscheidung unterstreicht die rechtlichen Grenzen in Fragen von Privatsphäre und Beweisführung in solchen Fällen. Gleichzeitig fordern Politiker weiterhin strengere Gesetze, um den Missbrauch von KI bei der Erstellung schädlicher Inhalte einzudämmen.

Quelle