Gesundheitssystem vor dem Kollaps: Dulger fordert radikale Reformen und Einsparungen
Jakob BraunGesundheitssystem vor dem Kollaps: Dulger fordert radikale Reformen und Einsparungen
Deutschlands Gesundheitssystem steckt in einer sich verschärfenden Finanzkrise, warnt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Er fordert dringende Reformen, da die Kosten explodieren und die Qualität nicht mit den hohen Ausgaben mithalten kann – die im europäischen Vergleich die höchsten sind. Noch in dieser Woche, am Montag, wird ein zentraler Bericht der Gesundheitsfinanzkommission an die Bundesregierung übergeben.
Aktuell zahlt der Staat monatlich 140 Euro pro Person an die Krankenkassen. Dennoch klafft eine jährliche Finanzlücke von rund 10 Milliarden Euro. Dulger warnte, dass ohne Gegenmaßnahmen die steigenden Beiträge sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zusätzlich belasten würden.
Um die Krise zu bewältigen, schlug er mehrere Maßnahmen vor. Ein zentraler Vorschlag ist die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge für Bezieher von Bürgergeld. Zudem plädierte er dafür, leistungen ohne Versicherungsbezug künftig über Steuern statt über Sozialabgaben zu finanzieren.
Dulger drängt auch auf strukturelle Veränderungen: Er fordert die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner, was dem System etwa 3 Milliarden Euro einsparen könnte. Darüber hinaus betonte er die Notwendigkeit, überflüssige Krankenhauskapazitäten abzubauen und Anreize für mehr Effizienz zu schaffen. Angesichts von jährlichen Verwaltungsausgaben der Sozialversicherung in Höhe von über 26 Milliarden Euro bestehe er auf einen sofortigen Ausgabenstopp, um die finanzielle Belastung nicht weiter anwachsen zu lassen.
Der anstehende Bericht der Gesundheitsfinanzkommission wird voraussichtlich die nächsten Schritte der Regierung prägen. Dulgers Vorschläge zielen darauf ab, die steigenden Kosten zu bremsen und gleichzeitig die Effizienz des Systems zu verbessern. Ohne Reformen droht die Finanzierungslücke im deutschen Gesundheitssystem weiter zu wachsen – mit zunehmender Belastung für Beschäftigte und Unternehmen.






