Gorleben bleibt länger Atom-Müll-Zwischenlager als geplant – trotz Sicherheitsbedenken
Maximilian BrandtGorleben bleibt länger Atom-Müll-Zwischenlager als geplant – trotz Sicherheitsbedenken
Deutschlands Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben bleibt länger in Betrieb als ursprünglich geplant
Das Zwischenlager in Gorleben, in dem derzeit 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsrückständen lagern, soll über den ursprünglich vorgesehenen Zeitraum hinaus genutzt werden. Der Betreiber hat nun einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung um weitere 20 Jahre gestellt.
Die Behälter waren zwischen 1995 und 2011 in 13 Transporten angeliefert worden. Jeder dieser Transporte hatte massive Proteste lokaler Initiativen und Aktivist:innen ausgelöst. Das Lager selbst, das im Gorlebener Forst liegt, verfügt über eine dünnere bauliche Abschirmung als neuere Standorte: Die Wände sind nur 50 Zentimeter, die Dachplatte lediglich 20 Zentimeter dick.
Die vom Bund gehörte Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat den Verlängerungsantrag eingereicht. Sie begründet dies mit der Notwendigkeit, laufende Sicherheitsüberprüfungen und die Verifizierung von Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Zudem solle so das Fachwissen der Mitarbeiter:innen und Beteiligten erhalten bleiben.
Die aktuelle Genehmigung für Gorleben läuft 2034 aus – nach 40 Jahren Betrieb. Gleichzeitig stockt die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle: Die gesetzlich vorgesehene Frist bis 2031 wird voraussichtlich nicht eingehalten. Die Bürgerinitiative (BI) Lüneburg-Dannenberg warnt unterdessen vor den Risiken einer langfristigen Zwischenlagerung und den Sicherheitsmängeln am Standort.
Der Antrag auf eine 20-jährige Verlängerung der Gorlebener Genehmigung wird derzeit geprüft. Bei einer Bewilligung würde das Lager deutlich über das ursprüngliche Enddatum hinaus betrieben. Da sich die Endlagersuche verzögert, bleibt die Zwischenlagerung ein zentraler Baustein der deutschen Atommüll-Entsorgung.
