07 May 2026, 00:19

Gräfrath-Marktfest in Solingen führt erstmals Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren

Ein Plakat zeigt ein Insulinfläschchen und den Text "Wir haben Insulin für Senioren auf 35 Dollar pro Monat begrenzt. Es ist an der Zeit, das für alle zu tun."

Gräfrath-Marktfest in Solingen führt erstmals Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren

Erstmals Eintrittsgeld: Gräfrath-Marktfest in Solingen kostet 10 Euro – Kritik von Seniorenvertretung

Das Gräfrath-Marktfest in Solingen erhebt erstmals eine Eintrittsgebühr von 10 Euro. Die Neuerung stößt auf scharfe Kritik, insbesondere beim Seniorenbeirat der Stadt, der befürchtet, dass viele ältere Bürgerinnen und Bürger dadurch ausgeschlossen werden. Was einst eine kostenlose Gemeinschaftsveranstaltung war, wirft nun Fragen nach Zugänglichkeit und Gerechtigkeit auf.

Der Solinger Seniorenbeirat – vor allem seine Arbeitsgruppe gegen Altersarmut – lehnt die neue Gebühr entschieden ab. Die Vertreter weisen darauf hin, dass Altersarmut in der Stadt ein wachsendes Problem sei und viele Rentner mit festen, knappen Einkommen auskommen müssten. Eine Gebühr von 10 Euro – selbst bei einem 2-Euro-Gutschein für Essen – belaste die ohnehin schon angespannten Haushalte zusätzlich.

Die Veranstalter rechtfertigen die Entscheidung mit steigenden Sicherheitskosten. Kritiker halten jedoch dagegen, dass die Besucher diese finanziellen Lasten nicht allein tragen sollten. Der Seniorenbeirat schlägt Alternativen vor, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für ältere Menschen oder eine stärkere städtische Förderung, um die Inklusivität des Festes zu erhalten.

Für viele Senioren ist das Marktfest mehr als nur Unterhaltung: Es dient als wichtiger sozialer Treffpunkt, der Begegnungen ermöglicht und die Teilhabe am Gemeinschaftsleben stärkt. Der Beirat hält zudem den Vorschlag eines einzigen kostenlosen Familientags am Sonntag für unzureichend – besonders für ältere Menschen, die allein leben und selten soziale Kontakte haben.

Die Debatte geht über das Fest hinaus und berührt grundsätzliche Fragen zur Bezahlbarkeit lokaler Veranstaltungen. Angesichts steigender Kosten fürchten viele, dass die Teilhabe am Gemeinschaftsleben künftig ein Privileg wird – und kein Recht für alle Bürgerinnen und Bürger.

Die Einführung des Eintrittsgelds markiert einen Einschnitt für das Gräfrath-Marktfest. Zwar verweisen die Organisatoren auf wirtschaftliche Zwänge, doch riskiert der Schritt, das Wesen der Veranstaltung zu verändern, indem er einkommensschwachen Gruppen den Zugang erschwert. Der Seniorenbeirat setzt sich weiterhin für fairere Lösungen ein, die ökonomische Notwendigkeiten mit sozialer Teilhabe in Einklang bringen.

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