Grün-Schwarz in Baden-Württemberg: CDU stellt harte Bedingungen für Koalition
Maximilian BrandtCDU-Vertreter Bäumler: Özdemir muss das CDU-Programm übernehmen - Grün-Schwarz in Baden-Württemberg: CDU stellt harte Bedingungen für Koalition
Koalitionsgespräche für eine mögliche grün-schwarze Regierung in Baden-Württemberg stoßen auf frühe Hürden. CDU-Vorstandsmitglied Christian Bäumler hat nach der knappen Wahlniederlage seiner Partei klare Forderungen gestellt. Er besteht darauf, dass die Grünen zentrale CDU-Positionen übernehmen müssen, bevor es zu einer Einigung kommen kann.
Die Union pocht auf Zugeständnisse in Fragen wie Verbrennermotor-Verboten und Migration. Die Grünen hingegen bekräftigten ihre Unterstützung für erneuerbare Energien und die Wärmewende – ein klares Zeichen für schwierige Verhandlungen.
Aktuell erstellt die CDU Listen mit gemeinsamen Positionen, die auf Aussagen des Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir während des Wahlkampfs basieren. Bäumler verlangt, dass die Partei diese offiziell übernimmt – darunter den Verzicht auf ein Aus für Verbrennermotoren sowie strengere Migrationsregeln. Zudem soll die Annahme des gesamten CDU-Regierungsprogramms Voraussetzung für weitere Gespräche sein.
Bäumler äußerte auch Bedenken hinsichtlich der Machtverteilung in einer künftigen Koalition. Er besteht darauf, dass die CDU im Kabinett nicht überstimmt werden darf, und fordert Verfahrensregeln, die es dem Ministerpräsidenten unmöglich machen, im Bundesrat gegen die CDU-Position zu stimmen. Gleich viele Ministerposten sowie die alleinige Entscheidungsgewalt der Union bei der Besetzung von Beamten- und Richterstellen sind für ihn unverhandelbar.
Obwohl Bäumler Vertrauen in den amtierenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) äußerte, warnte er, dass Özdemirs Führung die CDU in die falsche Richtung lenken könnte. Die Grünen haben sich bisher nicht öffentlich zu Özdemirs persönlicher Haltung bei Verbrennermotor-Verboten geäußert. Ihr Fokus liegt weiterhin auf dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Heizsystemen.
Die Forderungen der CDU setzen die Latte für die Koalitionsverhandlungen hoch. Sollten die Grünen zustimmen, müssten sie ihre Politik in den Bereichen Verkehr und Migration anpassen und die Ministerien paritätisch besetzen. Das Ergebnis wird zeigen, ob die nächste Landesregierung in Baden-Württemberg die Kluft zwischen ökologischen Zielen und konservativen Prioritäten überbrücken kann.