Grüne zerstritten: Bauministerin Schopper lehnt Berliner Vergesellschaftungspläne ab
Finn BauerGrüne zerstritten: Bauministerin Schopper lehnt Berliner Vergesellschaftungspläne ab
Die Debatte über die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen in Berlin ist im Wahlkampf neu entfacht. Therese Schopper, die grüne Bauministerin von Baden-Württemberg, hat sich öffentlich gegen die Pläne ausgesprochen – und steht damit im Widerspruch zur eigenen Kampagne ihrer Partei in der Hauptstadt.
2021 stimmten bei einem Berliner Volksentscheid rund 59 Prozent der Wähler für die Vergesellschaftung von Firmen mit mehr als 3.000 Wohnungen. Betroffen wären Unternehmen wie Deutsche Wohnen & Co. Philmon Ghirmai, Landesvorsitzender der Berliner Grünen, bekräftigte kürzlich seine Unterstützung für die Initiative und bezeichnete sie als notwendigen Schritt.
Ghirmai kritisiert die rot-rot-grüne Koalition, die die Umsetzung des Volksentscheids verzögere. Auch Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) lehnt die Vergesellschaftungspläne ab. Sie argumentiert, die anhaltende Diskussion schaffe Unsicherheit auf dem Wohnungsmarkt.
Therese Schopper positioniert sich klar gegen den Vorstoß. Sie ist überzeugt, dass eine Vergesellschaftung den Wohnungsbestand nicht erhöhen würde – anders als private Investitionen. Zudem warnt sie, dass massive Markteingriffe das unternehmerische Vertrauen in Deutschland untergraben könnten. Stattdessen betont sie die Notwendigkeit bundesweiter Anstrengungen, um mehr bezahlbaren und attraktiven Wohnraum zu schaffen.
Der Streit offenbart tiefe Gräben innerhalb der Grünen in der Wohnungspolitik. Berlins Vorstoß zur Vergesellschaftung stößt auf starken Widerstand von Bund und Ländern. Der Ausgang des Wahlkampfs könnte über das weitere Schicksal des umstrittenen Vorhabens entscheiden.






