GSM-R-Ausfall legt deutsche Bahninfrastruktur lahm – Verband fordert radikale Reformen
Jakob BraunGSM-R-Ausfall legt deutsche Bahninfrastruktur lahm – Verband fordert radikale Reformen
Bundesspartenverband Schienengüterverkehr fordert dringende Maßnahmen nach bundesweitem Ausfall des GSM-R-Funknetzes
Der Bundesspartenverband Schienengüterverkehr (BSSG) hat nach dem flächendeckenden Zusammenbruch des digitalen Bahnfunksystems GSM-R dringenden Handlungsbedarf angemahnt. Der Vorfall habe gravierende Schwächen in der deutschen Schieneninfrastruktur offenbart und ruft nach schärferer Kontrolle sowie grundlegenden Reformen.
Der Verband wies darauf hin, dass der Ausfall Teil eines größeren Musters operativer Instabilität sei. Als weitere Belege für strukturelle Defizite nannte er das mehrtägige Chaos an Christi Himmelfahrt in Norddeutschland sowie die mangelnde Erreichbarkeit von Fahrplanbüros und Leitstellen. Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Verbands, kritisierte die wachsenden Betriebsprobleme bei der DB InfraGO, die Lieferketten belasteten und die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber dem Straßenverkehr schwächten.
Als Reaktion fordert der Verband die Bundesregierung auf, die Aufsicht über die DB InfraGO zu verschärfen. Zudem schlägt er die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur vor, das für die Steuerung und Überwachung des Infrastrukturbetreibers zuständig sein soll. Darüber hinaus appellierte die Organisation an den Verkehrsausschuss des Bundestags, die aktuellen Störungen zu thematisieren und Maßnahmen zur Stabilisierung des Bahnbetriebs umzusetzen.
Während des Funkausfalls habe es an funktionierenden Notfallprotokollen gefehlt, berichtete die Branche. Dies vertiefe die Zweifel an der Zuverlässigkeit und Krisenvorsorge des Systems weiter.
Zu den Forderungen des Verbands gehören die Einrichtung einer neuen Bundesbehörde für die Schieneninfrastruktur sowie Sofortmaßnahmen, um die Stabilität wiederherzustellen und künftige Ausfälle zu verhindern. Die Dringlichkeit der Appelle spiegelt die wachsende Verärgerung über die wiederholten Störungen im deutschen Schienennetz wider.
