Historische Wende: Das Auswärtige Amt reformiert sich radikal von Grund auf
Paul MeyerHistorische Wende: Das Auswärtige Amt reformiert sich radikal von Grund auf
Das Auswärtige Amt durchläuft die tiefgreifendste Strukturreform seit Jahren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine umfassende interne Umgestaltung eingeleitet, die Abteilungen und Zuständigkeiten im gesamten Ministerium neu ordnen wird.
Die Reform wird von zwei erfahrenen Staatssekretären geleitet: Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch. Ganze Referate werden aufgelöst, zusammengelegt oder umstrukturiert – vier Unterabteilungen und neun Fachbereiche sollen dabei entfallen.
Die Zuständigkeit für Russland und die Ukraine wird künftig in der Europa-Abteilung angesiedelt. Der bisherige USA-/Kanada-Referat wird in eine neue Amerika-Abteilung integriert, die erstmals Nord- und Lateinamerika vereint. Sämtliche Einheiten in der Berliner Zentrale des Ministeriums erhalten neue Bezeichnungen.
Fast alle 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten neue E-Mail-Adressen. Beschäftigte in umstrukturierten Abteilungen müssen im Herbst ihre Büros wechseln. Veteranen der Diplomatie sehen in der Neugestaltung der Rolle des Politischen Direktors einen Verlust an Einfluss.
Die Änderungen treten in den kommenden Monaten in Kraft. Die Belegschaft wird sich an neue Strukturen, Aufgaben und Systeme anpassen müssen. Das Ministerium bezeichnet die Reform als die bedeutendste der jüngeren Geschichte.






