Hitze Debatte im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Jakob BraunHitze Debatte im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Im Deutschen Bundestag ist eine hitzige Debatte über die zunehmende Gewalt und Mobbing an Schulen entbrannt. Saskia Esken, SPD-Vorsitzende des Bildungsausschusses, bestätigte zwar einen Anstieg solcher Vorfälle, wies jedoch Rückschlüsse auf einen Zusammenhang mit Migration entschieden zurück. Auslöser der Diskussion waren zwei Anträge der rechtspopulistischen AfD, die eine strengere Erfassung von Schulgewalt fordert.
Die Debatte begann, nachdem die AfD Anträge eingebracht hatte, in denen sie eine bessere Dokumentation gewalttätiger Zwischenfälle sowie Maßnahmen gegen religiös motiviertes Mobbing verlangte. Esken erkannte das Problem an, führte die Gewalt jedoch auf mangelnde Konfliktlösungskompetenz zurück. Einen Bezug zur Migration lehnte sie ab und verwies stattdessen auf gesamtgesellschaftliche Ursachen.
Polizeiliche Statistiken zeigen einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Vorfälle in allen Bundesländern. Fast jeder fünfte Schüler ist zudem von Cybermobbing betroffen. Esken betonte, dass Schulen Kindern beibringen müssten, Streitigkeiten friedlich zu lösen.
Die AfD-Stellvertreterin Beatrix von Storch warf Esken vor, die Schwere der Schulgewalt zu verharmlosen. Ihre Partei brachte die Zunahme der Vorfälle mit Migration in Verbindung – eine These, die Esken vehement zurückwies. Gleichzeitig stimmten Vertreter von Union, Grünen und Linken darin überein, dass Schulgewalt bekämpft werden müsse, kritisierten die AfD jedoch für eine vereinfachende Ursachenzuschreibung.
Die AfD-Anträge wurden zur weiteren Prüfung in die Ausschüsse überwiesen, wodurch die Diskussion über die besten Lösungsansätze verlängert wird.
Die Bundestagsdebatte offenbarten tiefe Gräben bei der Frage nach den Ursachen von Schulgewalt. Während Esken für bessere Konfliktbewältigungstrainings plädierte, forderte die AfD strengere Kontrollen und machte Migration verantwortlich. Die Anträge werden nun detailliert geprüft, bevor Entscheidungen getroffen werden.






