IG Metall fordert Job-zu-Job-Netzwerk für Sachsen-Anhalts Industrie im Wandel
Paul MeyerIG Metall fordert Job-zu-Job-Netzwerk für Sachsen-Anhalts Industrie im Wandel
Die Gewerkschaft IG Metall setzt sich für ein landesweites "Job-zu-Job-Netzwerk" in Sachsen-Anhalt ein. Dieses System soll Beschäftigte aus schrumpfenden Branchen mit Unternehmen zusammenbringen, die dringend Fachkräfte suchen. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Region durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel vor tiefgreifende Veränderungen gestellt ist.
Die Industrie in Sachsen-Anhalt steht unter Druck: Dekarbonisierung, geopolitische Verschiebungen und eine alternde Belegschaft verändern den Arbeitsmarkt grundlegend. Die Gewerkschaft warnt, dass ohne gezielte Maßnahmen wertvolles Know-how verloren gehen könnte, wenn traditionelle Industrien zurückgehen.
Das geplante Netzwerk soll als Brücke zwischen Betrieben mit Personalüberschuss und solchen mit Fachkräftebedarf fungieren. Statt Entlassungen vorzunehmen, sollten Unternehmen zunächst interne Umschulungen oder Versetzungen prüfen. Erst wenn betriebsinterne Lösungen ausgeschöpft sind, würde das Netzwerk externe Wechsel vermitteln.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, betonte, dass ein moderner Industriestandort Übergänge gestalten müsse – und nicht nur Arbeitsplatzverluste. Das Netzwerk würde bestehende Strukturen wie Arbeitsagenturen, Betriebsräte und Weiterbildungsprogramme vernetzen. Ziel ist es, Beschäftigte direkt in neue Positionen zu vermitteln und Arbeitslosigkeit von vornherein zu vermeiden.
Anders als in anderen Bundesländern – etwa Niedersachsen – gibt es in Sachsen-Anhalt bisher kein vergleichbares System. Bestehende Initiativen konzentrieren sich auf Bereiche wie Landwirtschaft oder Digitalisierung, während es an einer strukturierten Unterstützung für die Industrie fehlt.
Würde das Netzwerk umgesetzt, entstünde eine dauerhafte Struktur zur Begleitung des industriellen Wandels. Es würde Fachwissen erhalten, die regionale Widerstandsfähigkeit stärken und wirtschaftliche Erschütterungen abfedern. Der Gewerkschaftsplan soll nun mit Politik und Wirtschaft weiter beraten werden.






