Jan van Aken verlässt die Linke nach historischem Umfragehoch und polarisierender Amtszeit
Jakob BraunJan van Aken verlässt die Linke nach historischem Umfragehoch und polarisierender Amtszeit
Jan van Aken tritt nach einer kurzen, aber prägenden Amtszeit als Vorsitzender der Linkspartei zurück. Sein Rückzug folgt auf einen deutlichen Anstieg in den Umfragewerten und eine Reihe mutiger politischer Initiativen.
Van Aken und seine Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner übernahmen die Führung in einer kritischen Phase der Partei. Gemeinsam steigerten sie die Unterstützung von lediglich 2–3 auf 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025. Unter ihrer Führung wechselten über 700.000 ehemalige Wähler der Grünen zur Linken.
Ihr Wahlkampf konzentrierte sich häufig auf die Wohnungsfrage. Im Mai 2026 drohte van Aken öffentlich dem Immobilienkonzern Vonovia, auf dessen Dach gegen steigende Mieten zu protestieren. Zudem warb er gezielt um ältere Wähler und schärfte den außenpolitischen Kurs der Partei.
Das Duo setzte auf einen zugänglicheren Stil, während die Partei eine freundlichere Ausstrahlung entwickelte. Dennoch zog van Akens direkte Rhetorik Kritik auf sich – manche warfen ihm Populismus vor. Bei einer Veranstaltung präsentierte er eine schwarze Kiste, auf der Schwerdtner gestanden hatte, und gab später Journalisten zu, sie zwei Jahre lang „an der Nase herumgeführt“ zu haben. Vor seinem Rücktritt dankte er Schwerdtner für ihre „absolut herausragende Arbeit“ während ihrer gemeinsamen Zeit.
Unter van Akens Führung verzeichnete die Linke einen deutlichen Zuwachs an Unterstützung. Sein Abschied hinterlässt Spuren in der Ausrichtung und im öffentlichen Bild der Partei. Die Verschiebungen in der Wählergunst und den Umfragewerten spiegeln den Einfluss ihrer Amtszeit wider.






