10 March 2026, 16:14

Jörg Meuthens überraschender Rückzug erschüttert die Werteunion

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung von aufgeregten roten heißen Republikanern auf einem demokratischen Gridiron, mit fetter schwarzer Schrift, die eine ernste Situation betont.

Meuthen tritt nach Wahlschlappe zurück - Jörg Meuthens überraschender Rückzug erschüttert die Werteunion

Jörg Meuthen, eine prägende Figur der konservativen Politik in Deutschland, zieht sich aus der öffentlichen Ämterwelt zurück. Der ehemalige AfD-Co-Vorsitzende und heutige Mitglied der Werteunion hat seinen Rückzug aus allen Führungspositionen der politischen Partei bekannt gegeben. Die Entscheidung folgt auf eine Phase wechselnder politischer Bündnisse und begrenzter Wahlerfolge.

Meuthen stieg erstmals 2015 als Co-Vorsitzender der AfD in den bundesweiten Fokus auf – ein Amt, das er bis 2022 innehatte. 2017 zog er über die AfD-Liste ins Europäische Parlament ein, verließ die Partei jedoch im Januar 2022. Als Grund nannte er die zunehmend radikale Ausrichtung der politischen Partei und positionierte sich selbst als gemäßigtere, EU-freundliche konservative Stimme.

Nach seinem AfD-Austritt erntete Meuthen gemischte Reaktionen: Während ihn Anhänger als vernünftige Alternative lobten, stempelten ehemalige Parteifreunde ihn als Verräter ab. Im September 2024 trat er der Werteunion bei, einer kleineren konservativen Gruppierung unter Führung von Hans-Georg Maaßen. Dort avancierte er schnell zu einer führenden ideologischen Figur und warb für einen bürgerlichen, wirtschaftsliberalen Nationalismus.

Trotz seines Profils blieben die jüngsten Wahlergebnisse enttäuschend: Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg erreichte die Werteunion lediglich 0,2 Prozent. Meuthen selbst kandidierte im Wahlkreis Kehl, kam aber nur auf 0,8 Prozent der Erststimmen. Nun hat er bestätigt, nicht mehr für den Bundesvorstand der Werteunion kandidieren zu wollen. Stattdessen bleibt er einfaches Mitglied und beendet damit seine aktive politische Laufbahn.

Meuthens Rückzug markiert das Ende eines Jahrzehnts in der Spitzenpolitik. Sein Abschied hinterlässt in der Werteunion eine Lücke – die politische Partei verliert eine ihrer bekanntesten Persönlichkeiten. Nach den jüngsten Wahlniederlagen steht sie nun vor der Herausforderung, sich neu aufzustellen.

Quelle