Kampf um bilingualen Deutsch-Italienisch-Zweig in Wolfsburg: Eltern protestieren gegen Kürzungen
Maximilian BrandtKampf um bilingualen Deutsch-Italienisch-Zweig in Wolfsburg: Eltern protestieren gegen Kürzungen
Bilingualer Deutsch-Italienisch-Zweig in Wolfsburg: Eltern und Lehrer wehren sich gegen drastische Kürzungen
Das bilingual deutsch-italienische Programm an der Leonardo-da-Vinci-Grund- und Oberschule in Wolfsburg steht vor massiven Einschnitten. Ab dem nächsten Schuljahr soll nur noch eine bilingual unterrichtete Klasse fortgeführt werden – trotz breiter Unterstützung durch Eltern und Pädagogen. Eine Online-Petition gegen die Entscheidung hat bereits innerhalb von vier Tagen über 550 Unterschriften gesammelt.
Der zweisprachige Zweig, in dem der Unterricht ab der ersten Klasse zu gleichen Teilen auf Deutsch und Italienisch erfolgt, ist einmalig in Wolfsburg. Allerdings ist er derzeit nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet – ein zentrales Argument für die geplante Reduzierung. Die Initiatoren der Petition halten diese Begründung jedoch für unzureichend: Gerade wegen des besonderen Stellenwerts des Programms für die Stadt dürfe die geringere Auslastung kein Grund für Abbau sein.
Wolfsburgs enge Verbindung zu Italien reicht bis in die 1960er-Jahre zurück, als italienische Gastarbeiter in der Region sesshaft wurden. Heute leben rund 60.000 Menschen mit italienischen Wurzeln in der Stadt und prägen ihr kulturelles Gesicht. Eltern und Lehrer betonen die langfristigen Vorteile bilingualer Bildung: Frühzeitiger Kontakt mit zwei Sprachen fördere nicht nur die kognitive, sondern auch die soziale Entwicklung von Kindern.
Die Petition fordert die Stadtverwaltung und Schulbehörden auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Ziel ist es, mindestens zwei italienisch-bilinguale Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe zu erhalten. Die Unterstützer argumentieren, dass eine Kürzung des Programms Wolfsburgs Verpflichtung gegenüber seinem italienischen Erbe schwächen und zukünftigen Schülern Bildungschancen nehmen würde.
Die Stadt gerät zunehmend unter Druck, die geplanten Streichungen zu überdenken. Mit der wachsenden Resonanz der Petition dürfte die Debatte um den Erhalt der zweisprachigen Bildung in Wolfsburg weiter an Fahrt aufnehmen. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob das italienisch-deutsche Schulangebot auch künftig eine tragende Säule des Wolfsburg Bildungssystems bleibt.






