Kaufprämie für E-Autos begünstigt vor allem chinesische Hersteller – deutsche Händler kritisieren Förderprogramm
Paul MeyerKaufprämie für E-Autos begünstigt vor allem chinesische Hersteller – deutsche Händler kritisieren Förderprogramm
Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland kommt vor allem ausländischen Herstellern zugute – insbesondere solchen aus China. Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), kritisiert, dass das Förderprogramm kaum neue Käufer zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge bewegt habe.
Die mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro ausgestattete Prämie gilt für neu zugelassene Elektroautos ab dem 1. Januar 2026. Käufer können je nach Modell und persönlicher Situation bis zu 6.000 Euro erhalten. Weller argumentiert jedoch, dass das Programm vor allem bereits geplante Käufe vorgezogen habe, statt zusätzliche Nachfrage zu wecken.
Händler verzeichneten einen deutlichen Anstieg bei günstigen chinesischen E-Autos im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro – die Verkäufe verdoppelten sich im Mai nahezu. Deutsche Hersteller bieten in dieser Preisklasse bisher keine Modelle an. Weller schätzt zudem, dass die Prämie bisher „überhaupt keine“ Wirkung auf die Verbreitung von Elektroautos habe.
Um das Programm zu verbessern, schlägt er vor, auch Gebrauchtwagen in die Förderung aufzunehmen. Zudem plädiert er für einen Ausbau der Ladeinfrastruktur, niedrigere Strompreise und mehr Transparenz bei den Preisen an Ladestationen. Sein Konzept sieht vor, Ladestationen wie Mobilfunk-Roaming zu behandeln – mit einheitlichen Preisen an allen Standorten.
Die aktuelle Förderung begünstigt vor allem ausländische Marken, insbesondere chinesische Hersteller. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, Elektroautos zugänglicher zu machen und das Laden zu vereinfachen. Die Bundesregierung hat sich zu seinen Empfehlungen bisher nicht geäußert.






