Klimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und fordert Energiewende
Maximilian BrandtKlimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und fordert Energiewende
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben am Freitag im gesamten Ruhrgebiet Proteste organisiert. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich an koordinierten Aktionen gegen fossile Gasinfrastrukturen und Industrieanlagen. Die Demonstrationen richteten sich gegen Pläne zum Ausbau der Gasförderung und forderten strengere Klimaschutzmaßnahmen.
In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo die Betreiber eine zusätzliche Gaseinheit errichten wollen. Einige Protestierende installierten sogar Solarpaneele auf dem Gelände, um erneuerbare Alternativen zu bewerben. Unterdessen störte eine Gruppe in Dortmund den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, das zum Rüstungskonzern KNDS gehört – ein Unternehmen, in das die Bundesregierung investieren will.
Ein weiterer Protest fand in Mülheim an der Ruhr statt, wo Demonstrant:innen Gleise des Werks Europipe, Europas größtem Rohrhersteller, besetzten. In Hamm zogen Aktivist:innen mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem „Energiekonzerne enteignen!“ stand. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte jedoch ein Polizeiverbot für Proteste am Kraftwerk Gersteinwerk und verwies auf das Risiko zivilen Ungehorsams durch Ende Gelände.
Die Organisator:innen haben gegen das Urteil Berufung eingelegt und könnten ihre Auftaktkundgebung in die Nähe von Hamm verlegen. Die Aktionen am Freitag leiteten ein Wochenende der Klimaproteste im Ruhrgebiet ein. Am Samstag ist eine größere Demonstration unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ geplant, an der auch die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg teilnehmen soll.
Mit Tausenden weiteren Demonstrant:innen, die am Samstag erwartet werden, bleibt der Fokus auf der Ablehnung des Gasausbaus und der Forderung nach einem schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Rechtsstreit um die Proteste am Kraftwerk Gersteinwerk sorgt indes für Unsicherheit über den weiteren Verlauf der geplanten Aktionen.






