Kohleausstieg in Gefahr: Merz plant längere Laufzeiten für Kraftwerke trotz Widerstand
Maximilian BrandtKohleausstieg in Gefahr: Merz plant längere Laufzeiten für Kraftwerke trotz Widerstand
Deutschlands geplanter Kohleausstieg könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angedeutet hat, bestehende Kraftwerke länger am Netz zu lassen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Land mit der Sicherung einer stabilen Stromversorgung angesichts anhaltender Energiekrisen kämpft. Der Vorschlag stößt bereits auf Widerstand der Grünen, die an der ursprünglichen Zeitplanung festhalten wollen.
In der Lausitz, einer Region im Wandel durch den Ausstieg aus der Braunkohle, treibt das Energieunternehmen LEAG mit Sitz in Cottbus den Ausbau erneuerbarer Energien mit Wind- und Solarprojekten voran. Trotz dieser Fortschritte argumentierte Merz, dass Kohlekraftwerke möglicherweise über das geplante Abschaltdatum hinaus betrieben werden müssten, um Engpässe zu vermeiden.
2023 stammten noch 26 Prozent des deutschen Stroms aus Kohle – ein Rückgang gegenüber etwa 32–35 Prozent vor fünf Jahren. Erneuerbare Energien decken mittlerweile 58 Prozent des Bedarfs, während der Gesamtverbrauch gesunken ist. Dennoch betonte Merz die Notwendigkeit, den Bau von Gaskraftwerken zu beschleunigen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), mögliche Verzögerungen abzulehnen. Sie verwiesen auf die Bedeutung von Planungsicherheit für Beschäftigte und laufende Investitionen in den Strukturwandel. Merz' Aussagen könnten nun den Fahrplan für das Kohleende verlängern und Deutschlands Energiewende weiter verkomplizieren.
Eine mögliche Verschiebung des Kohleausstiegs hätte Auswirkungen auf die deutsche Energie- und Klimastrategie. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit und dem Umstieg auf Erneuerbare. Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, diese Prioritäten auszubalancieren – zwischen den Forderungen der Wirtschaft und denen von Umweltschützern.






