Kreisumlage im Rhein-Kreis Neuss steigt auf Rekordniveau – Städte warnen vor Kollaps
Paul MeyerKreisumlage im Rhein-Kreis Neuss steigt auf Rekordniveau – Städte warnen vor Kollaps
Die Kreisumlage – eine verpflichtende Abgabe der Kreise – ist im Rhein-Kreis Neuss in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen. Bis 2026 wird der Satz auf 36,39 % steigen, nach 34,9 % im Jahr 2025, was einem Anstieg von 4,27 Prozentpunkten entspricht. Städte wie Grevenbroich geraten dadurch zunehmend unter finanziellen Druck: Ihre Zahlungen klettern von 33,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf voraussichtlich 50 Millionen Euro 2026 – ein Plus von über 50 % in nur zwei Jahren.
Die Kreisumlage finanziert zwar regionale Leistungen, belastet aber zunehmend die kommunalen Haushalte. In Grevenbroich und Rommerskirchen gehört sie zu den größten Ausgabenposten, sodass weniger Geld für Schulen, Kitas und Infrastruktur bleibt. Bürgermeister Klaus Krützen (Grevenbroich) warnt, dass die steigenden Kosten dringend benötigte Investitionen in zentrale Projekte ersticken.
Allein mit den erwarteten Gewerbesteuereinnahmen für 2026 kann Grevenbroich die Kreisumlage nicht mehr vollständig decken. Krützen fordert, dass der Kreis die finanzielle Last mit den Städten teilen muss, um die Kommunen zu entlasten. Es gehe nicht um politische Streitigkeiten, betont er, sondern um den Kampf, die Zukunft der Städte zu sichern.
Der Bürgermeister unterstützt die Forderungen der kommunalen Spitzenverbände nach einer verbindlichen Sparquote von zwei Prozent im Kreishaushalt. Zudem unterstreicht er die Bedeutung einer starken kommunalen Selbstverwaltung, um Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt zu erhalten. Ohne Kurskorrekturen werde die Umlage weiterhin die Planungssicherheit der Städte untergraben, warnt Krützen.
Der Anstieg der Kreisumlage zwingt die Kommunen zu Kürzungen bei wichtigen Leistungen. Während Grevenbroichs Abgaben explodieren, kämpfen auch andere Städte mit ähnlichen Problemen. Mit seiner Initiative für gemeinsame Sparziele will Krützen eine weitere finanzielle Überlastung der Kommunen verhindern.






